Vermischtes

Medien spielen gewichtige Rolle bei der Suizidprävention

Montag, 1. September 2014

Hamburg – Auf die besondere Rolle der Medien bei der Suizidprävention hat das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro), eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS), hingewiesen. Anlass ist der vermutete Suizid des Schauspielers Robin Williams Mitte August. „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Suizid prominenter Persönlichkeiten weitere Suizide zur Folge haben kann.

Einen großen Einfluss auf diese Entwicklung hat die Art und Weise der Berichterstattung in den Medien. Besonders häufig wird bei Folgesuiziden die gleiche Methode angewandt, wenn diese in der Berichterstattung ausführlich beschrieben wurde – der sogenannte Werther-Effekt“, hieß es aus der Initiative. Sie hat daher Empfehlungen für die Bericht­erstattung zusammengestellt.

Anzeige

„Vermeiden Sie es bitte, den Ort und die Methode des Suizides detailliert zu beschreiben oder durch Bildmaterial hervorzuheben. Besonders diese Darstellungen können zu Nachfolgesuiziden an dem jeweiligen Ort oder nach der jeweiligen Methode führen“, heißt es darin. Im ungünstigen Fall könnte der Suizidort zu einer Gedenkstätte werden, die langfristig Nachfolgesuizide stimulieren könne.

Die DGS weist im Vorfeld des Welttages der Suizidprävention am 10. September daraufhin, dass sich in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Menschen das Leben nehmen, über zwei Drittel davon sind Männer. Das Suizidrisiko steigt bei Frauen und Männern mit dem Lebensalter. Das Durchschnittliche Lebensalter eines durch Suizid Verstorbenen liegt bei rund 58 Jahren – mit steigender Tendenz. In Deutschland sterben laut der DGS ungefähr genau so viel Menschen durch Suizid wie durch Verkehrsunfälle, AIDS, illegale Drogen und Gewalttaten zusammen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

06.09.16
Suizidprävention mit Nachholbedarf: Bundestags­abgeordnete legen Forderungen vor
Berlin - Anlässlich des Welt-Suizidpräventionstags am kommenden Samstag fordern Vertreter aus Politik und gemeinnützigen Vereinen einen stärkeren Kampf gegen Selbsttötungen. Zwar liegen Vorschläge des......
01.09.16
Suizidversuche und Gewaltdelikte bei Kindern: Diese psychischen Erkrankungen der Eltern erhöhen das Risiko
Manchester – Bestimmte psychische Krankheitsbilder der Eltern erhöhen das Risiko ihrer Kinder für einen Suizid oder Gewaltdelikte. Am gefährdetsten sind Kinder von Eltern mit antisozialer......
11.08.16
Suizidrisiko: Potenzieller Biomarker entdeckt
Grand Rapids – Menschen, die versucht haben, sich das Leben zu nehmen, könnten eines Tages anhand eines Bluttests identifiziert werden. Forscher aus Australien, Schweden und den USA haben bei......
09.08.16
Marburg – Eine umfassend überarbeitete Leitlinie zur Intervention bei Suizidalität im Kindes- und Jugendalter haben die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und......
29.07.16
Psychiatrie: Suizidrisiko auf offenen Stationen nicht erhöht
Basel - Die Behandlung auf geschlossenen Stationen kann nicht verhindern, dass Patienten mit psychischen Erkrankungen sich das Leben nehmen oder sich einer Behandlung durch Flucht entziehen. Zu diesem......
07.07.16
Tötung auf Verlangen und ärztlich assistierter Suizid: Trotz zunehmender Legalisierung eher selten
Immer mehr Länder legalisieren die Tötung auf Verlangen – in anderen Ländern auch als “Euthanasie“ bezeichnet – und den ärztlich assistierten Suizid. Dennoch werden diese beiden Formen der Sterbehilfe......
28.06.16
Immer mehr Menschen chatten bei der Telefonseelsorge
Aachen – Immer mehr Menschen lassen sich bei der Telefonseelsorge lieber über Chats beraten statt im direkten Gespräch. Zwar biete die Seelsorge vor allem Anrufern ihre Hilfe an, doch nehme die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige