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Weißbuch zur sicheren Vernetzung im Operationssaal und in der Klinik

Dienstag, 2. September 2014

Frankfurt/Main – Krankenhäuser sind darauf angewiesen, dass medizinische Geräte und Informationssysteme verlässlich und interoperabel kommunizieren. Derzeit wird die Medizingeräteinfrastruktur im Operationssaal von herstellerspezifischen Lösungen weniger Anbieter dominiert. Um die Sicherheit weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten, den Betreibern von Kliniken bei der Beschaffung und Vernetzung neuer Geräte mehr Freiräume zu verschaffen und dabei Kosten zu sparen, bedarf es standardisierter Schnittstellen.

Hierzu haben die Normungsexperten von VDE|DKE mit Unterstützung des DIN (Deutsches Institut für Normung), IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) und HL7 (Health Level Seven) jetzt das Weißbuch „Sichere dynamische Vernetzung in Opera­tions­saal und Klinik“ erarbeitet. Darin analysieren sie den Stand der Medizingeräte­vernetzung im OP und umreißen den Weg für eine detaillierte Normungs-Roadmap „Vernetzung in OP und Klinik“. „Jeder interessierte Experte kann an ihrer Erstellung mitarbeiten“, erklärte Johannes Dehm vom VDE. Ziel der Roadmap sei es, die Lücken zu beschreiben und auf die zukünftig notwendigen nationalen und internationalen Normungsaktivitäten hinzuweisen.  

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Der Analyse zufolge gibt es bereits einige Standards, die eine gute, aber noch unvoll­ständige Ausgangsbasis für die Vernetzung von Medizingeräten bieten. Dies betrifft zum Beispiel den internationalen Standard DIN EN ISO 11073 („Medizinische Informatik - Kommunikation patientennaher medizinischer Geräte“). Die in dieser Standardfamilie definierten Bestandteile eines Systems ermöglichen die Kommunikation von Geräten für die persönliche Gesundheit. Dabei werden beispielsweise Vitaldaten zwischen unterschiedlichen medizinischen Geräten ausgetauscht, ausgewertet und Geräte ferngesteuert.

Organisationen wie DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) und HL7 bieten wiederum andere Bausteine zur OP-Kommunikation, wie etwa die Integration mit Bildarchiven in der Klinik. Was jedoch fehlt ist ein „horizontaler“ Standard, der die bestehenden Ansätze so integriert, dass ein schlüssiges technisches Gesamtkonzept für den Einsatz innerhalb und außerhalb des OPs entsteht.

Die Handlungsempfehlungen im Weißbuch zielen insbesondere darauf ab, die vorhan­denen Normensätze zu erweitern und IHE als Bindeglied für die Entwicklung der nötigen Anwendungsfälle etwa für die Neurochirurgie und die laparoskopische Chirurgie zu nutzen. Damit würden vor allem IHE-Profile die Rolle des bisher fehlenden „horizontalen“ Standards übernehmen. Zudem müssen Anforderungen zur Dokumentation von Geräten festgelegt und Zertifizierungs- und Testkonzepte erarbeitet werden. Auch sind in der entstehenden Standardarchitektur Zugriffsrechte und Datenschutz sicherzustellen.  

Die Idee, die erforderliche Interoperabilität zwischen Produkten unterschiedlicher Hersteller in einen gemeinsamen weltweit gültigen Standard für die Medizintechnik und Medizin-IT zu organisieren, entstand in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt OR.NET (www.ornet.org), in dem mehr als 50 Partnerinstitutionen aus Forschung, Klinik und Industrie zusammenarbeiten. © EB/aerzteblatt.de

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