Politik

Krankenkassen fordern europaweites Engagement gegen Volkskrankheiten

Mittwoch, 3. September 2014

Berlin – Die Europäische Union sollte beim Kampf gegen große Volkskrankheiten wie Krebs oder Demenz enger zusammenarbeiten. Das fordert der Spitzenverband Bund der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) in einem neuen Positions­papier „Gesundheit gemeinsam gestalten in Europa“. Danach reicht es nicht, wenn die EU nur Forschungsförderung betreibt. Vielmehr sollte die Union den Austausch der Mitgliedsländer zu innovativen Behandlungsprozessen und zu guter Versorgungs­steuerung ausbauen. „Ein Schwerpunkt muss dabei auf Prävention, Früherkennung sowie gezielter Versorgung und Behandlung von Volkskrankheiten liegen“, hieß es aus dem GKV-Spitzenverband.

Die Krankenkassen betonen in dem Positionspapier außerdem die Bedeutung der grenzüberschreitenden Versorgung. Patienten sollten innerhalb der EU schnell und unbürokratisch notwendige medizinische Leistungen erhalten. „Türöffner sollten dabei die Europäische Krankenversicherungskarte und das Sachleistungsprinzip sein“, so die Kassen. Um die Akzeptanz der Karte innerhalb der EU zu erhöhen, sollten die Mitgliedsländer sie flächendeckend ausgeben und verbindliche Standards einführen.

Anzeige

Der Spitzenverband betont in seinem Positionspapier die Vorteile eines selbstverwalteten Gesundheitssystems. „Während einerseits in einem staatlichen Gesundheitssystem die Versorgung darunter leidet, dass nicht die beteiligten Akteure Entscheidungen im Verhandlungsprozess treffen und die gesundheitliche Versorgung vom Staatshaushalt abhängig ist, kann andererseits ein rein marktwirtschaftliches System eine bedarfs­gerechte und bezahlbare Versorgung nicht für alle Versicherten sicherstellen“, erläutert der Verband. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

20.09.16
München – Deutlich mehr Beschwerden, Verbesserungen nur unter Druck – der gestern veröffentlichte Jahresbericht des Bundesversicherungsamtes (BVA) fällt aus Sicht der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK......
20.09.16
EU will Gesetzesverschärfung im Kampf gegen Crystal Meth
Brüssel/Berlin – Im Kampf gegen die gefährliche Synthetikdroge Crystal Meth will die Europäische Union (EU) den Handel mit einem Vorprodukt einschränken. Wie der MDR gestern berichtete, soll die......
08.09.16
Paritätische Finanzierung: SPD will schnelle Einigung, CDU sperrt sich
Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat einer paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der heutigen Haushaltsdebatte im Bundestag erneut eine Absage......
20.07.16
Kein Konsens für europaweit einheitliche Bewertung neuer Arzneimittel
Berlin – Innerhalb der Europäischen Union (EU) gibt es Bemühungen der Health Technology Assessment (HTA)-Organisationen, bei der Bewertung neuer Arzneimittel enger zusammenzuarbeiten. Das erklärte der......
14.07.16
London – Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) könnte dem britischen Gesundheitssystem teuer zu stehen kommen. Darauf hat die Fachzeitschrift The Lancet im Editorial ihrer......
11.07.16
Brüssel – Für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gelten in Europa künftig schärfere Auflagen. Dafür stimmten heute in Brüssel die Vertreter von 22 EU-Staaten. Deutschland, Griechenland,......
07.07.16
Soziales Ungleichgewicht für Brexit maßgeblich
London – Ihrem Zorn und ihrer Fassungslosigkeit über den Ausgang des Referendums – dem Brexit – geben auch Wissenschaftler im British Medical Journal Ausdruck. „Die Hintergründe für den sinkenden......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige