Medizin

Unerwartet hohe Zahl von Patientinnen mit Trockener-Au­gen-Krankheit

Mittwoch, 3. September 2014

London – Rund jede zehnte Frau in Großbritannien leidet unter trockenen Augen und benötigt künstliche Tränen, um die Augen anzufeuchten. Das berichten Wissenschaftler um Jelle Vehof vom Department of Ophthalmology and & Epidemiology der Universi­tätsklinik Groningen und Christopher Hammond vom Department of Twin Research & Genetic Epidemiology, King’s College London, St. Thomas’ Hospital. Die Arbeitsgruppe hat ihre Ergebnisse im British Journal of Ophthalmology publiziert (doi:10.1136/bjophthalmol-2014-305201).

Anzeige

Die Symptome des trockenen Auges reichen von Fremdkörpergefühl über brennendes und juckendes Missempfinden bis hin zu Sehstörungen. Die Wissenschaftler analysierten für ihre Studie die Daten von nahezu 4.000 Frauen zwischen 20 und 87 Jahren. Die Daten wurden im Rahmen der Twins-UK-Cohort erhoben. Diese Kohorte gilt laut der Arbeitsgruppe als repräsentativ für die Bevölkerung in Großbritannien. Die Wissen­schaftler ergänzten die Datenauswertung mit einem Fragebogen, den sie an die Frauen schickten.

9,6 Prozent der Frauen hatten die Diagnose „trockenes Auge“ erhalten und bekamen entsprechende künstliche Tränen oder ein Gel. Die Prävalenz des trockenen Auges stieg mit dem Alter der Frauen, von 2,7 Prozent bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren bis hin zu rund 20 Prozent bei Frauen über 80 Jahren.

Frauen nach einer Katarakt-Operation, mit einer Makuladegeneration oder Glaukom berichteten häufiger über trockene Augen. Dieses trat außerdem häufiger auf bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder allergischem Asthma. Auch Frauen mit Fertilitätsstörungen berichteten häufiger über trockene Augen. Die stärkste statistische Assoziation fanden die Wissenschaftler zwischen einem trockenen Auge und einem chronischen Schmerzsyndrom.

Frauen mit trockenem Auge schätzten ihre Lebensqualität geringer ein als Frauen ohne dieses Problem. Die Betroffenen hoben hervor dass sie Schwierigkeiten beim Autofahren haben, bei der Bildschirmarbeit und beim Fernsehen.

Die Wissenschaftler schließen aus ihrer Analyse, dass das trockene Auge unter Frauen sehr verbreitet ist und einen großen Einfluss auf die Lebensqualität hat. Ihre Unter­suchung legten nahe, dass auch psychologische Faktoren einen starken Einfluss auf die Ausbildung und die Wahrnehmung des Syndroms haben. Die Forscher meinen, dass einer Reihe von Patientinnen mit einer adäquaten Behandlung ihrer Schmerz­erkrankung besser geholfen wäre als mit künstlichen Tränen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

05.12.16
UVB-Licht könnte junge Menschen vor Kurzsichtigkeit schützen
London – Menschen in Nord- und Südeuropa, die sich vor allem in ihrer Jugend lange Zeit im Freien aufgehalten hatten und dort einer erhöhten UVB-Exposition ausgesetzt waren, entwickelten seltener eine......
30.11.16
Deep Learning: Computer erkennt diabetische Retinopathie
Mountain View – Die Software der Firma Google kann nicht nur Informationen im Internet aufspüren und gezielte Suchanfragen beantworten. Nach einer maschinellen Lernphase waren die Rechner der Firma......
30.11.16
Liquor verursacht Sehschwäche bei Astronauten
Chicago – Rückenmark und Gehirn sind umgeben von einer Flüssigkeit, die bei Astronauten Sehschwäche auslösen kann, dem Liquor. Mitarbeiter der NASA haben Probleme mit den Augen in den vergangenen......
30.11.16
Augenärztliche Versorgung in Seniorenheimen mangelhaft
Berlin – In deutschen Pflegeheimen hat rund die Hälfte der Bewohner Sehprobleme. Das zeigt die Studie OVIS (Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen) der Stiftung Auge, die heute erstmals in......
28.11.16
Silver Spring/Maryland – Nach einer LASIK-Operation können viele Menschen mit Myopie oder anderen Brechkraftfehlern auf eine Brille verzichten. Die refraktive Chirurgie, die durch einen Gewebeabtrag......
23.11.16
Sulzbach – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat in seiner Eigenschaft als Bundesoberbehörde der Knappschafts-Gewebebank Saar der Augenklinik Sulzbach die Genehmigung zur Vermittlung vorpräparierter......
21.11.16
Kaum Studien zur optischen Kohärenztomographie bei Makuladegeneration
Köln – Bislang ist unklar, ob Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration oder einem diabetischen Makulaödem von einer optischen Kohärenztomographie (OCT) zur Therapiesteuerung profitieren. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige