Ärzteschaft

Windhorst sieht freien Arztberuf durch Brüsseler „Regulierungswut“ gefährdet

Freitag, 5. September 2014

Münster – Die Europäische Union nimmt nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) mit ihren Binnenmarkt- und Wettbewerbsregelungen immer mehr Einfluss auch auf die Gesundheitssysteme ihrer Mitgliedsstaaten. „Das ist eine Bedrohung für die Frei­heit des Arztberufs gerade in Deutschland“, erklärt ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst in der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Ärzteblattes.

So habe man beispielsweise nur mit Mühe verhindert, dass die Standards für klinische Prüfungen von Arzneimitteln in einer europäischen Richtlinie „geradezu fahrlässig weit herunterreguliert“ worden seien. Auch der vom Europäischen Komitee für Normierung verfolgte Plan einer Norm für Qualifikations- und Qualitätsstandards bei ästhetisch-chirurgischen Eingriffen sei ein völlig falscher Ansatz. „In Deutschland übernimmt diese zentrale Aufgabe aus gutem Grund die ärztliche Selbstverwaltung“, so der Kammerchef. Denn sie stelle die fachliche Expertise sicher und achte auf die Einhaltung berufs­rechtlicher Vorgaben.

Anzeige

Statt die Kernkompetenzen der ärztlichen Selbstverwaltung zu beschneiden, solle die EU ihre Aufmerksamkeit besser auf wichtige europäische Arbeitsfelder richten, forderte Windhorst. Dazu gehöre beispielsweise die Forschungsförderung oder die Optimierung der internationalen Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Gesundheits­bedrohungen. Konkret wäre ein länderübergreifendes Register ärztlicher Qualifikationen und Berufserlaubnisse ein sinnvolles europäisches Projekt, so der Kammerchef. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

08.12.16
Brüssel – Die EU schützt ihre Bürger aus Sicht des europäischen Rechnungshofs nicht optimal vor globalen Gesundheitsgefahren wie Vogelgrippe, Ebola oder Zika. Die Vorbereitung darauf sei zwar besser......
13.10.16
Luxemburg – Die EU-Staaten wollen Millionen Menschen am Arbeitsplatz besser vor krebserregenden Stoffen schützen. Die Arbeits- und Sozialminister der Länder einigten sich gestern in Luxemburg darauf,......
04.10.16
Straßburg – Die USA werden nach dem Willen der EU-Abgeordneten künftig noch schwieriger an Medikamente für die Vollstreckung der Todesstrafe kommen. Das Europaparlament verschärfte am Dienstag......
20.09.16
EU will Gesetzesverschärfung im Kampf gegen Crystal Meth
Brüssel/Berlin – Im Kampf gegen die gefährliche Synthetikdroge Crystal Meth will die Europäische Union (EU) den Handel mit einem Vorprodukt einschränken. Wie der MDR gestern berichtete, soll die......
20.07.16
Kein Konsens für europaweit einheitliche Bewertung neuer Arzneimittel
Berlin – Innerhalb der Europäischen Union (EU) gibt es Bemühungen der Health Technology Assessment (HTA)-Organisationen, bei der Bewertung neuer Arzneimittel enger zusammenzuarbeiten. Das erklärte der......
14.07.16
London – Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) könnte dem britischen Gesundheitssystem teuer zu stehen kommen. Darauf hat die Fachzeitschrift The Lancet im Editorial ihrer......
11.07.16
Brüssel – Für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gelten in Europa künftig schärfere Auflagen. Dafür stimmten heute in Brüssel die Vertreter von 22 EU-Staaten. Deutschland, Griechenland,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige