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Luftverschmutzung schadet adipösen Menschen am meisten

Montag, 8. September 2014

Basel – Obwohl die Luftqualität in Europa im Vergleich zu China und Indien sehr gut ist, hat die Schadstoffbelastung einen Einfluss auf die Lungenfunktion. Adipöse Menschen sind laut einer Studie im European Respiratory Journal (2014; doi: 10.1183/09031936.00130014) besonders anfällig.

Die European Study of Cohorts of Air Pollution Effects (ESCAPE) hat erstmals die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Lungenfunktion unter den in Europa herrschenden Bedingungen untersucht. Dazu wurden bei 7.613 gesunden Erwachsenen aus acht europäischen Ländern (darunter Deutschland) spirometrische Untersuchungen durchgeführt und mit den Luftschadstoffen am Wohnort in Beziehung gesetzt. Die jetzt von einem Team um Nicole Probst-Hensch vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel vorgestellten Ergebnisse zeigen einen Abfall der Lungenfunktion mit zunehmender Konzentration von Stickstoffdioxid und Feinstaub in der Außenluft.

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Jeder Anstieg von Stickstoffdioxid um 10 µg/m3 war mit einem Abfall der Einsekunden­kapazität (FEV1) um 14 ml verbunden. Die forcierte Vitalkapazität (FVC) nahm jeweils um 14,9 ml ab. Der gleiche Anstieg der Feinstaubkonzentration (PM10) war sogar mit einem Abfall des FEV1 um 44,6 ml und der FVC um 59,0 ml verbunden, berichten die Autoren, die ihre Ergebnisse auch auf der Jahrestagung der European Lung Foundation in München vorstellen.

Besonders ausgeprägt waren die negativen Auswirkungen der Luftschadstoffe bei adipösen Menschen, die laut Probst-Hensch besonders stark unter der schlechten Luftqualität leiden. Obwohl die Luftqualität in Europa auch in den Großstädten relativ gut ist, leidet nach Einschätzung der European Lung Foundation „ein großer Anteil“ der Bevölkerung unter der schlechten Luftqualität. Die Weltgesundheitsorganisation hatte erst kürzlich geschätzt, dass im Jahr 2012 weltweit 3,7 Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung gestorben sind, die vor allem auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen ist. © rme/aerzteblatt.de

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