6.283 News Vermischtes

Vermischtes

Nur jeder fünfte Patient nach Milzentfernung ausreichend geimpft

Donnerstag, 11. September 2014

Wiesbaden – Nur rund 20 Prozent der Menschen ohne Milz sind ausreichend geimpft. Auf dieses Zwischenergebnis einer aktuellen Studie weist die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin.

Laut der Fachgesellschaft leben in Deutschland mehr als 80.000 Menschen ohne Milz. Fehlt dem Körper dieses Organ der Immunabwehr, steigt das Risiko einer lebens­bedrohlichen Infektion. Jedes Jahr entfernen Ärzte hierzulande etwa 8.000 Menschen die Milz. Die meisten Patienten erholen sich schnell von einer Splenektomie. „Sie können aber nur dann ein normales Leben führen, wenn sie sich vor Infekten wirksam schützen“, erläutert Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel.

Anzeige

Dazu gehörten Impfungen gegen Bakterien, die für Menschen ohne Milz besonders gefährlich seien: Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae. „Insbesondere Pneumokokken können bei splenektomierten Patienten schwerste Verläufe von Lungen- und Hirnhautentzündungen hervorrufen, die überproportional häufig zu einer schweren Sepsis und Kreislauf- und Organversagen führen“, erläutert Fölsch.

Zu derartigen Komplikationen kommt es bei bis zu fünf Prozent der Patienten, schreibt Winfried Kern, Leiter der Abteilung Infektiologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Wenn die Infektion so schwer verläuft, stirbt die Hälfte der Patienten an dieser Komplikation.“ Kern leitete die sogenannte Spleen-Off-Studie an splenektomierten Patienten. Er betont, dass die notwendigen Impfstoffe seit Jahren zur Verfügung stünden.

„Der Impfstoff gegen Pneumokokken wurde in den letzten Jahren verbessert, auch die Impfungen gegen Meningokokken und Haemophilus influenzae sind hoch wirksam und gut verträglich für Patienten ohne Milz“, so Kern. Die Impfungen erfolgen in der Regel 14 Tage nach der Splenektomie, bei einem geplanten Eingriff besser bereits 14 Tage vor der Operation.

Später müssen Patienten die Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken regelmäßig auffrischen lassen. Die DGIM rät Menschen ohne Milz außerdem zur jährlichen Grippe-Impfung, da eine Virusgrippe oft den Boden für eine bakterielle Lungenentzündung bereitet. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.283 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

16.09.14
KV Nordrhein schließt Sondervereinbarungen zur Grippeimpfung
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat mit einigen Krankenkassen Sondervereinbarungen zur Grippeimpfung abgeschlossen. Sie übernehmen ab dem 1. Oktober und bis zum 31. März...
12.09.14
Darmflora beeinflusst Wirkung der Grippeimpfung
Atlanta – Eine gute Wirkung der Grippeimpfung setzt möglicherweise eine gesunde Darmflora voraus. Darauf deuten tierexperimentelle Studien in Immunity (2014; doi: 10.1016/j.immuni.2014.08.009) hin....
25.08.14
STIKO empfiehlt HPV-Impfung ab neun Jahren
Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) im Robert Koch-Institut hat neue Impfempfehlungen herausgegeben. Wichtigste Änderung ist die Herabsetzung des Alters für die Impfung gegen Humane...
21.08.14
Wiesbaden – Für die anstehenden Grippeimpfungen im Herbst stehen verschiedene Impfstoffe für unterschiedliche Zielgruppen zur Verfügung. Darauf hat der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI)...
15.08.14
Grippe: Hochdosierter Impfstoff bei älteren Menschen effektiver
Swiftwater – Ein 2009 in den USA beschleunigt zugelassener Grippe-Spaltimpfstoff mit einer vierfach höheren Dosis hat in zwei Grippesaisons in Nordamerika Senioren wirksamer vor einer...
01.08.14
Studie zur Narkolepsie und H1N1 zurückgezogen
Palo Alto – Weil das Immunsystem den Neurotransmitter Hypocretin, der im Gehirn den Schlaf reguliert, mit dem Grippe-Impfstoff verwechseln kann, sind 2009 in Europa zahlreiche Kinder an einer...
17.06.14
Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin unterstützt die Forderung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), nur geimpfte Kinder in einen Kindergarten zu lassen. „Nicht...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in