Ärzteschaft

Schmerzmediziner kritisieren Fehl- und Unterversorgung

Freitag, 12. September 2014

Berlin – Die Deutschen Schmerzgesellschaft hat eine bessere Versorgung von Schmerz­patienten gefordert. Statt vieler unkoordinierte Einzelschritte sei es an der Zeit, dass alle Akteure ihre Kräfte bündeln, um die große Fehl- und Unterversorgung der Bevölkerung bei Schmerzen zu beenden und unnötiges Leid zu lindern, mahnte Thomas Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, im Vorfeld des 1. Nationalen Schmerz­forums Ende September.

Der Fachgesellschaft zufolge leiden in Deutschland mehrere Millionen Patienten unter chronischen Schmerzen. „Ein großes Problem ist, dass die Menschen lange umherirren müssen, bevor der Zugang zu einer geeigneten Schmerztherapie erfolgt“, kritisierte Tölle. Die Selbstverwaltung, aber auch Bund und Länder müssten endlich an einem Strick ziehen, um hier Verbesserungen zu erzielen.

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„Es darf nicht länger sein, dass der überwiegende Teil der Patienten nach Operationen im Durchschnitt schlecht versorgt ist und an vermeidbaren Schmerzen leidet“, sagte der Präsident. Er forderte deshalb, dass die Länder die Qualität und die Strukturen der Schmerzversorgung an den Kliniken bei der Landeskrankenhausplanung berück­sich­tigen und gemeinsam mit den Vertragspartnern Verbesserungen erzielen. Zudem müssten Kliniken in die Lage versetzt werden, ausreichende Angebote auch für chro­nische Schmerzpatienten vorzuhalten.

In Bezug auf die ambulante Bedarfsplanung niedergelassener Praxen fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen sicherstellen, dass Kassenarztsitze mit schmerztherapeutischer Ausrichtung bei altersbedingten Ausscheiden ausschließlich von Ärzten besetzt werden, die entsprechende spezielle Kenntnisse haben. Anderenfalls drohe eine weitere Ausdünnung der ambulanten Versorgungslandschaft. © hil/aerzteblatt.de

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