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Strahlentherapie verlängert Leben bei kleinzelligem Lungenkrebs

Montag, 15. September 2014

Amsterdam – Eine Bestrahlung des Thorax kann die Überlebenszeiten von Patienten mit metastasiertem kleinzelligen Bronchialkarzinom, die bereits eine Standard-Chemo­therapie erhalten haben, verlängern. In der jetzt im Lancet (2014; doi: 10.1016/S0140-6736(14)61085-0) publizierten Phase III-Studie kam es außerdem zu einer deutlichen Reduktion der Tumormasse im Thoraxbereich.

Auf das kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC) entfallen etwa 13 Prozent aller Lungen­krebsfälle. Die Tumore, die sich aus den neuroendokrinen APUD-Zellen entwickeln, haben in aller Regel bei der Diagnose bereits metastasiert. Die Behandlung besteht in einer Chemotherapie (Cisplatin-Etoposid), an die sich eine prophylaktische Bestrahlung des Schädels anschließt, da der Tumor häufig in das Gehirn streut. Die Schädelbestrah­lung kann die Prognose der Patienten verbessern. Dennoch überleben derzeit nur wenige Patienten zwei Jahre oder länger.

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Ein Grund könnte die geringe Wirkung der Chemotherapie auf die Tumore im Thorax­bereich sein. Bei den meisten Patienten sind hier nach der Therapie noch Tumore nachweisbar. Ein internationales Team um Ben Slotman vom VU Medisch Centrum in Amsterdam hat in einer randomisierten Studie untersucht, ob eine zusätzliche Bestrahlung des Thorax die Behandlungsergebnisse verbessern kann.

498 Patienten aus den Niederlanden, Großbritannien, Norwegen und Belgien erhielten sechs Wochen nach der Chemotherapie entweder nur eine prophylaktische Schädelbe­strahlung oder zusätzlich eine Bestrahlung des Thorax mit insgesamt 30 Gray (in zehn Teilbestrahlungen über zwei Wochen). Schwere toxische Komplikationen traten laut Slotman nicht auf. Einige Patienten litten unter Fatigue oder Dyspnoe, doch die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren hier nicht groß.

Die zusätzliche Radiotherapie zeigte Wirkung: Nach sechs Monaten waren 24 Prozent der Patienten gegenüber 7 Prozent in der Vergleichsgruppe ohne erneute Tumorpro­gression. Eine günstige Auswirkung auf die Überlebensrate war jedoch auch nach einem Jahr nicht erkennbar. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 33 Prozent im Arm mit Thoraxbe­strahlung und 28 Prozent in der Kontrollgruppe am Leben.

Nach zwei Jahren kam es dann doch noch zu einem Unterschied. Im Arm mit Thoraxbestrahlung lebten noch 13 Prozent gegenüber nur 3 Prozent in der Kontrollgruppe (Number Needed to Treat 10,6). Die deutliche Verlängerung der Überlebenszeit wurde mit einer konventionellen Radiotherapie erzielt, die an den meisten Zentren möglich ist. Die Editorialisten Jan P van Meerbeeck, Ghent, und David Ball, Melbourne, sprachen sich deshalb für die Ausweitung der Therapie aus, soweit der Allgemeinzustand der Patienten dies zulässt. © rme/aerzteblatt.de

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Bernett
am Dienstag, 7. Oktober 2014, 16:48

Nachträgliche Radiotherapie nach Cisplatin verbessert 2 Jahres- Überlebens- Quote

Die erfolgreiche Schädel- und Thorax- Bestrahlung nach Cisplatin- Chemotherapie basiert auf dem Radiosensitizing- Effekt von Cisplatin, da das Platin in den Tumorzellen gespeichert wird. Durch vermehrt freigesetzte Elektronen während der Bestrahlung werden vermehrt Apoptosen gesetzt. Die Methode mit zehn mal 3 Gy könnte mit einem noch stärker wirksamen Radiosesitizer, z.B. Folsäuere- Wolframat, sogar Heilungen erzielen. die Substanz müsste am Vorabend zur Bestrahlung verabreicht werden, damit eine maximale Anreicherung in den Tumorzellen erfolgt.

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