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Arzneimittelausgaben steigen um eine Milliarde Euro

Dienstag, 16. September 2014

Berlin – Die Ausgaben für Arzneimittel sind von 29,2 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 30,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angestiegen. Erstmals seit Jahren liegen sie damit wieder unterhalb der Ausgaben für die ärztliche Behandlung, die im selben Zeitraum auf 31,4 Milliarden Euro gestiegen sind. Das geht aus dem Arzneimittel-Atlas 2014 hervor, den das IGES-Institut im Auftrag des Verbandes forschender Arzneimittel­hersteller (vfa) erstellt hat.  

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Die Ausgaben für Fertigarzneimittel stiegen als größter Posten der Arzneimittelausgaben um 665 Millionen auf 27,1 Milliarden Euro. „Mit einem Zuwachs um 703 Millionen Euro war der stärkste Treiber dabei, wie in der Vergangenheit auch, der Verbrauchsanstieg, insbesondere bei den Indikationsgruppen Immunsuppressiva und antithrombotische Mittel“, erklärte der Leiter des IGES-Instituts, Bertram Häussler, heute bei der Vorstellung des Atlas in Berlin. Um 694 Millionen Euro stiegen die Ausgaben darüber hinaus infolge der Verordnung neuer Medikamente und höherpreisiger Analog-Wirkstoffe.

Arzneimittelkosten seit fünf Jahren weitgehend stabil
Zugleich sanken die Arzneimittelausgaben um 608 Millionen Euro durch Umstellungen von Originalpräparaten auf Generika. Die sogenannte Preiskomponente veränderte sich im Jahr 2013 hingegen kaum, da der Gesetzgeber keinen Einfluss auf die Preise aus­übte, und sowohl der Herstellerabschlag als auch das Preismoratorium konstant blieben. Erst Anfang dieses Jahres senkte die Regierung den Herstellerabschlag von 16 auf sieben Prozent.

„Die Arzneimittelkosten waren in den vergangenen fünf Jahren weitgehend stabil. Das gab es in keinem anderen Gesundheitsbereich. In der Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherung ist das einzigartig“, kommentierte die Hauptgeschäftsführerin des vfa, Birgit Fischer, die Ergebnisse. 

Pharmafirmen gewährten Rabatte in Höhe von 5,6 Milliarden Euro
Bei 17 von 30 im Detail betrachteten Indikationsgruppen stiegen dem Arzneimittel-Atlas zufolge die Ausgaben auf Basis der Erstattungspreise im vergangenen Jahr: bei den Immunsuppressiva um 348 Millionen Euro, bei den antithrombotischen Mitteln um 219 Millionen Euro und bei den antineoplastischen Mitteln um 125 Millionen Euro. Der Ausgabenrückgang war bei Mitteln mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System am höchsten (103 Millionen Euro) sowie bei Psycholeptika (71 Millionen Euro). Ursache dafür seien erhebliche Einsparungen durch Generikasubstitution gewesen.

Rabatte mussten die Pharmafirmen der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2013 in Höhe von 5,6 Milliarden Euro gewähren – ein Plus von 680 Millionen Euro. Diese Steigerung setze sich zu 30 Prozent aus den Herstellerabschlägen und dem Preismoratorium und zu 70 Prozent aus Einsparungen aus Rabattverträgen zusammen, heißt es im Arzneimittel-Atlas.  

Regional unterschiedliche Morbidität wirkt sich auf Höhe der Arzneimittelausgaben aus
Betrachtet wurde zudem die Entwicklung der Arzneimittelausgaben auf regionaler Ebene in den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen. Im gesamten Bundesgebiet lagen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Fertigarzneimittel im Jahr 2013 bei 390 Euro – ein Anstieg um 2,3 Prozent. Am höchsten lagen sie dabei in Mecklenburg-Vorpommern (502 Euro), Sachsen-Anhalt (468 Euro) und Berlin (467 Euro), am niedrigsten in Bayern (346 Euro), Schleswig-Holstein (354 Euro) und Hessen (363 Euro).

Ursache dieser Unterschiede sei die „Heterogenität bezüglich demografischer und epidemiologischer Faktoren“, schreiben die Autoren des Atlas. „Insbesondere die Anteile von adipösen und älteren Menschen als Indikatoren für eine höhere Morbidität haben einen Einfluss auf die Höhe der Arzneimittelausgaben. Dadurch relativieren sich die Unterschiede zwischen den Regionen erheblich.“ © fos/aerzteblatt.de

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