Medizin

Typ 1-Diabetes: Insulinpumpen senken Sterberisiko

Mittwoch, 17. September 2014

Göteborg – Menschen mit Typ 1-Diabetes, die mit einer Insulinpumpe versorgt werden, haben ein niedrigeres Sterberisiko als Patienten, die selbst spritzen. Dies hat eine bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden ergeben, die jetzt auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Wien vorgestellt wurde.

Die vor mehr als 30 Jahren entwickelten Insulinpumpen können die Blutzuckereinstellung verbessern und die Lebensqualität der Patienten erhöhen (auch wenn ihnen die häufigen Blutzucker­kontrollen nicht erspart werden). Eine bessere Blutzuckereinstellung sollte im Prinzip die Spätkomplikationen der Erkrankung vermeiden, zu denen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören. Ob dies der Fall ist, hat Soffia Gudbjörnsdottir von der Universität Göteborg jetzt in einer Analyse des schwedischen Diabetes-Registers untersucht, das landesweit die Daten der Typ 1-Diabetiker speichert.

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Die Forscherin verglich die Daten von 2.441 Patienten, die eine Insulinpumpe erhalten hatten, mit 15.727 Patienten, die eine konventionelle Therapie mit mehreren täglichen Insulininjektionen durchführten. Ergebnis: Die Patienten mit Pumpentherapie hatten in den fast sieben Jahren der Nachbeobachtungszeit ein um 29 Prozent vermindertes Sterberisiko.

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, war sogar um 43 Prozent vermindert. Beide Ergebnisse waren statistisch signifikant. Darüber hinaus konnte Gudbjörnsdottir auch ein um 18 Prozent niedrigeres Risiko auf eine koronare Herzkrankheit nachweisen, die knapp signifikant ausfiel. Eine nicht-signifikante Reduktion bestand bei nicht-tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen durch andere Erkrankungen.

Da Insulinpumpen bevorzugt an Patienten mit einer schwierigen Blutzuckereinstellung verschrieben werden, bei denen es normalerweise häufiger zu Spätkomplikationen kommt, könnte der protektive Effekt der Pumpentherapie noch größer sein, als die Ergebnisse anzeigen. Andererseits ist eine retrospektive Datenbankanalyse immer anfällig für Verzerrungen, die sich aus nicht beachteten Einflussgrößen ergeben.

Beim Typ 1-Diabetes könnten sie in der Diabetesschulung und Persönlichkeit der Patienten liegen, in der Häufigkeit der Blutzuckerkontrollen oder der Benutzung von kontinuierlichen Glukosesensoren oder in der Adhärenz bei der Nutzung der Insulinpumpe. Die Studie kann die Frage nach dem Zusatznutzen der Pumpentherapie deshalb nicht abschließend klären. © rme/aerzteblatt.de

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