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Harnwegsinfektionen: Impfstoff verhindert Biofilm

Donnerstag, 18. September 2014

St. Louis – US-Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der die Bildung von Biofilmen auf Kathetern verhindern soll. In einer Studie in Science Translational Medicine (2014; 6: 254ra127) wurden Mäuse vor Harnwegsinfektionen geschützt. Die meisten Harnwegs­infektionen, die zu den häufigsten nosokomialen Infektionen gehören, sind Katheter-assoziiert. Nach der Implantation bildet sich auf der Oberfläche des Katheters rasch ein Biofilm. Sein Grundgerüst besteht aus Fibrinogen, das Bakterien Halt und Nahrung bietet. Ein häufiger Erreger ist Enterococcus faecalis. Er ist nach kurzer Zeit im Inneren des Biofilms für Antibiotika nicht erreichbar, mit denen viele Hersteller ihre Katheter beschichten.  

Ein Team um Scott Hultgren von der Washington University School of Medicine in St. Louis hat jetzt untersucht, wie sich die Enterokokken überhaupt in dem Fibrinogen-Gerüst festsetzen können. Die Anker der Bakterien sind Hultgren zufolge Pili, faden­förmige Anhängsel des Bakteriums. Sie bestehen bei Enterococcus faecalis aus dem Protein Ebp („endocarditis- and biofilm-associated pilus“), dessen Spitze EbpANTD an Fibrinogen bindet. Andere Bakterien, die ebenfalls Biofilme auf Harnwegskathetern bilden, verfügen laut Hultgren über ähnliche Adhäsionsmoleküle.

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Die Forscher haben Mäuse mit EbpA und EbpANTD geimpft. Die Tiere entwickelten tatsächlich Antikörper, die sie nach einer Katheterisierung vor einer Biofilmbildung und einer Harnwegsinfektion schützten. Ob eine Impfung auch Menschen vor Harnwegs­infektionen schützen würde, ist unklar. Da die meisten Krankenhausbehandlungen nicht vorhersehbar sind, dürfte der Ansatz nicht realistisch sein. Hultgren möchte deshalb monoklonale Antikörper produzieren, mit denen Krankenhauspatienten dann nach einer Katheterisierung vor der Bildung eines Biofilms und einer Harnwegsinfektion geschützt werden könnten. © rme/aerzteblatt.de

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