Vermischtes

Gute Beratung bei Bandscheibenvorfall entscheidend

Montag, 22. September 2014

München – Auf die Bedeutung einer ausführlichen ärztlichen Beratung für Patienten mit Bandscheibenvorfall hat die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) hinge­wiesen. 90 Prozent der Patienten mit einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich haben laut der Fachgesellschaft die Wahl zwischen einer Operation und einer konservativen Therapie.

„Diese Patienten haben ein Recht darauf, von einem gut informierten Arzt ausführlich über die Behandlungsoptionen beraten zu werden und dann selbst frei zu entscheiden“, sagte Bernhard Meyer, Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Technischen Universität München auf der Neurowoche Mitte September in München. Studien zeigten, dass langfristig beide Methoden gleich gute Ergebnisse lieferten und nur eine geringe Rate ernsthafter Komplikationen aufwiesen. Allerdings seien die operierten Patienten wesentlich schneller wieder gesund.

Anzeige

Treten Lähmungserscheinungen auf oder kann der Patient Blase oder Darm nicht mehr kontrollieren, ist laut der DGNC eine sofortige Operation angebracht. Sofern keine neuro­logischen Ausfälle vorlägen, seien jedoch konservative Therapien die Methode der ersten Wahl, eine Operation sei aber möglich und mitunter sinnvoll. „Die Entscheidung muss für und mit jedem einzelnen Patienten abgewogen werden“, erklärte Meyer. Dabei komme es auch auf den Willen und die Lebenssituation des einzelnen Patienten an.

Zwischen 2006 und 2011 ist die Anzahl der lumbalen Bandscheiben-Operationen laut der Fachgesellschaft um 25 Prozent gestiegen. Notwendigkeit und Nutzen dieser Operati­onen würden immer wieder infrage gestellt, die Patienten seien inzwischen zunehmend verunsichert, ob sie eine Operation in Erwägung ziehen oder auf konservative Therapie mit Schmerzlinderung, Wärmebehandlung und Physiotherapie setzen sollten.

„Bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen kommt es weder durch langfristige konservative Therapien vermehrt zu irreversiblen Nervenschäden, noch ist die operative Behandlung überdurchschnittlich riskant“, betonte Meyer.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige