Ausland

Künast: Nur kommerzielle Vereine für Suizidbeihilfe verbieten

Dienstag, 23. September 2014

Köln – Der Gesetzgeber sollte nach Ansicht von Renate Künast (Bündnis 90/Die Grü­nen) nur kommerzielle Sterbehilfevereine verbieten. „Wir brauchen Regeln für diese Vereine, damit die sich nicht eine goldene Nase verdienen“, sagte Künast heute in der n-tv-Sendung „Das Duell“. Nichtkommerzielle Vereine, die Beihilfe zur Selbsttötung anbieten, sollten aber gestattet bleiben. Allerdings sollte sie der Gesetzgeber verpflichten, jeden Fall zu dokumentieren.

Künast wandte sich gegen eine Erlaubnis der aktiven Hilfe zur Selbsttötung wie dies etwa in Belgien möglich ist. Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland derzeit nicht verboten. Politiker aller Parteien debattieren aber über eine Regelung. Nach den Vorstellungen der Mehrheit der Unionsbundestagsfraktion sollte jede Form organisierter Beihilfe zur Selbsttötung verboten werden.

Anzeige

Der Kölner Arzt und Theologe Manfred Lütz sprach sich in der n-tv-Sendung dafür aus, die Beihilfe zum Suizid auch in Ausnahmefällen nicht ausdrücklich zu erlauben. Ansons­ten entstehe „ein Druck auf die Schwächsten der Gesellschaft: auf die Schwerkranken, auf die chronisch Kranken. Dann wird es eiskalt in unserer Gesell­schaft.“ Für ihn als Mediziner werfe die Suizidbeihilfe zudem in besonderer Weise moralische Probleme auf: „Ich möchte als Arzt nicht in einer Rolle sein, wo ich auch Gift zur Tötung hinstelle.“ © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.446 News Ausland

Nachrichten zum Thema

20.01.17
Paris – Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande will eine „menschenwürdige“ Lösung für den Komapatienten Vincent Lambert. Hollande betonte allerdings laut französischen Medienberichten, das......
12.01.17
Paris – Mehrere französische Linkspolitiker sprechen sich vor den Vorwahlen am 22. Januar für eine Legalisierung von Sterbehilfe aus. Der sozialistische Kandidat Benoit Hamon sagte, er wolle für alle......
06.01.17
Amsterdam – In den Niederlanden erhalten Patienten mit fortgeschrittener Demenz nur in den seltensten Fällen aktive Sterbehilfe. Viele Ärzte seien nur bereit, aktive Sterbehilfe zu leisten, wenn der......
19.12.16
Schon ein Dutzend Verfassungs­beschwerden zur Suizidbeihilfe
Karlsruhe – Gegen das vor einem Jahr vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Suizidbeihilfe liegen bereits ein Dutzend Verfassungsbeschwerden vor. Nachdem bislang Sterbehilfevereine,......
05.12.16
Zürich – Die Zahl der Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung in der Schweiz ist einem Zeitungsbericht zufolge angestiegen. 2015 hätten 999 Menschen mit Schweizer Wohnsitz einen begleiteten Suizid......
28.11.16
Palliativmedizin: Sterbewünsche im Alter richtig deuten
Berlin – Was meinen schwerkranke Menschen, wenn sie sagen, dass sie sterben wollen? Mit dieser Frage haben sich Schweizer Ärzte und Ethiker in einer zehnjährigen Studie auseinandergesetzt. Noch......
23.11.16
Paris – 80 Prozent der Franzosen befürworten einer Umfrage zufolge aktive Sterbehilfe. Zugleich herrscht im Land jedoch Unkenntnis über bestehende Regelungen. Das geht aus einer gestern......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige