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Forschungsprojekt untersucht Auswirkungen der elektronischen Patienten­dokumentation

Dienstag, 23. September 2014

Leipzig – Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Leipzig in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie beschäftigt sich mit den Effekten von elektronischer und einrichtungsübergreifender Patientendokumentation auf Ärzte und ärztliches Arbeiten.

„Wir wissen noch wenig darüber, was für Auswirkungen die elektronische und vor allem die einrichtungsübergreifende Dokumentation auf ärztliches Arbeiten hat“, sagt Oliver Decker. „Wie zum Beispiel wirkt sich die Veränderung in der Dokumentation und vor allem in der Kommunikation zwischen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen auf die Arzt-Patienten-Beziehung aus?“

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Die Untersuchungen zur elektronischen und dann zur einrichtungsübergreifenden Patientenakte werden in Leipzig auch als erster Schritt in der Erforschung einer Fülle an parallelen Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsbereich und Elektronik gesehen.

„Nicht nur auf ärztlicher Seite, auch aufseiten der Patienten ist vieles im Wandel. Die Patienten sind nicht nur immer informierter, was mögliche Diagnosen betrifft, sondern auch, was ihre eigenen Körperfunktionen angeht. Es gibt Trackingsysteme auf dem Smartphone, Gesundheitsakten, die im Internet gepflegt werden können. Dokumentiert wird schon heute nicht mehr nur vom Arzt  – uns interessiert, wie diese Entwicklung das ärztliche Arbeiten verändern wird“, ergänzt Franziska Rudolf, Doktorandin der Medizin.

Hausärztlicher Bereich wird zunächst dokumentiert
Zunächst will sich das Leipziger Forscherteam auf die Dokumentation im hausärztlichen Setting konzentrieren. „Gerade suchen wir vor allem Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner, die Lust haben, an unserer Untersuchung teilzunehmen. Dabei interessieren uns sowohl die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen, die bereits in Projekten zur einrichtungsübergreifenden Dokumentation vernetzt sind, als auch die, die in der bisher üblichen Art und Weise dokumentieren“, erklärt Rudolf.

Zur Forschungsmethode erläutert Oliver Decker: „Uns interessieren die Probleme, die nicht offensichtlich sind, die Fragen, die sich nicht von allein stellen – deswegen haben wir uns für Gruppendiskussionen entschieden.“  Bei dieser Methode aus der qualitativen Sozialforschung werden Ärztinnen und Ärzte in kleinen Gruppen gebeten, miteinander über ihre Erfahrungen zu sprechen. Die Gespräche werden aufgezeichnet, transkribiert und analysiert. „Davon versprechen wir uns einen Zugang zu Erfahrungen, die dem einzelnen Teilnehmer so nicht bewusst sind und erst im Gespräch mit anderen zum Vorschein kommen.“

Interessenten an einer Projektteilnahme können die Leipziger Forschungsgruppe per Mail kontaktieren: f.rudolf@studserv.uni-leipzig.de und oliver.decker@medizin.uni-leipzig.de © EB/aerzteblatt.de

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