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Roboter sind auf dem Vormarsch – Mehr Forschung notwendig

Donnerstag, 25. September 2014

Halle – Roboter für ältere und pflegebedürftige Menschen werden immer leistungs­fähiger. Es genügt aber nicht, sie nur technisch weiterzuentwickeln. „Wir müssen viel intensiver untersuchen, für welche Krankheitsbilder, für welche Personengruppen und in welchen Situationen sich welche Systeme eignen“, sagte Frank Oswald von der Goethe- Universität Frankfurt am Main auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Halle. Oswald hat dort heute Morgen das Symposium „Emotionale und Soziale Robotik im Alter: Was kann, soll und darf sie leisten?“ geleitet.

In einem wissenschaftlichen Vorprojekt namens „ERimAlter“ haben Frankfurter Forscher/innen verschiedener Disziplinen zwei emotionale Roboter in den Blick genommen und untersucht, für wen sie sich eignen. Zunächst die Robbe „Paro“, die wie ein Kuscheltier aussieht: mit weichem Fell und treuen Hundeaugen wirkt sie, als hätte sie Gefühle – ein sogenannter emotionaler Roboter mit einem Gehirn aus Mikrochips. Paro soll zum Beispiel ältere Menschen mit Demenz begleiten. Sie reagiert auf Ansprache, fiept, bewegt sich und man kann sich um sie kümmern, was beruhigend wirken kann.

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Der zweite emotionale Roboter kommt dem herkömmlichen Bild eines Roboters deutlich näher: Der Telepräsenzroboter Giraff sieht aus wie ein Tablet-Computer auf Rädern. Er kann Telefonate einleiten, bei Notfällen Hilfe herbeiholen oder auch an die Medikamen­teneinnahme erinnern.

„Es wird über diese Art von Roboter viel behauptet, aber bislang ist wenig über ihre Wirkung klar, wir brauchen dringend mehr Forschung und belegbares Wissen“, sagte Oswald gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die Forscher befragten für ihre Vorun­tersuchung Pflegende und Betreuer die teilweise schon mit Paro und Giraff arbeiten, aber auch ältere Menschen selbst.

„Biographische Vorerfahrungen sind wichtig dafür, wie die Menschen auf die Roboter reagieren“, erläutert Oswald. Wer in seinem Leben zum Beispiel Angst vor Hunden hatte, der steht auch der Robbe Paro eher distanziert gegenüber. Tierliebhaber dagegen sind eher offen für die Kuschelrobbe. Für Giraff gilt: Wer in der Vergangenheit viel mit Technik zu tun hatte, nutzt das System gerne. Wer dagegen nicht mit Computern gearbeitet hat, dem macht Giraff anfangs eher Angst.

Ein Fazit des Symposiums: Mediziner, Psychologen, Juristen, Pflegekräfte und Techniker müssen bei der Weiterentwicklung der verschiedenen Robotersysteme eng zusammen­arbeiten. „Sonst haben wir bald technisch hoch entwickelte Systeme, die aber keiner will und die niemandem nützen“, warnen die Alternsexperten. © hil/aerzteblatt.de

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