Politik

Immer mehr Notfallpatienten sind älter als 80 Jahre

Montag, 29. September 2014

Halle – Von einem Strukturwandel in der Notaufnahme der Krankenhäuser berichtet die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG). „Wir befinden uns inmitten eines Paradig­menwechsels in der Versorgung älterer Menschen“, sagte Georg Pinter, Chefarzt am Klinikum Klagenfurt, auf dem Jahreskongress der Fachgesellschaft zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) Ende vergangenen Woche in Halle.

Eine Auswertung von Datensätzen der rund 9.000 Notfallpatienten im Jahr seiner eigenen Klinik zeige: Werden Patienten stationär aus der Notaufnahme aufgenommen, sind 53 Prozent älter als 66 Jahre und mehr als 30 Prozent sind älter als 80 Jahre. 13 Prozent sind sogar zwischen 86 und 95 Jahre alt. „Dieser Gruppe müssen wir mit unseren Behandlungsmethoden und Strukturen in der Notfallversorgung gerecht werden. Dies erfordert Veränderungen“, so Pinter.

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Auch in Deutschland erwartet die DGG mehr ältere, komplex kranke, immobile, sozial unterversorgte Patienten mit einem hohen Betreuungsbedarf in den Notaufnahmen. Die sei besonders problematisch, weil ältere Menschen besonders gefährdet seien, nach der Entlassung aus der Notaufnahme erneut zu erkranken. „Bis zu 27 Prozent der älteren aus der Notaufnahme entlassenen Patienten, kommen binnen drei Monaten wieder in die Notaufnahme, werden stationär aufgenommen oder sterben“, so Pinter. Ein Grund dafür sei ihre allgemein geschwächte Konstitution.

Versorgung älterer Notfallpatienten: Hightouch statt Hightech

Erfahrungen mit einer Interdisziplinären Notfall- und Kurzlieger-Aufnahmestation zur besseren Versorgung insbesondere älterer Notfallpatienten Die stationäre Akutversorgung im Krankenhaus steht vor Herausforderungen: Der Anteil an alten, oftmals chronisch kranken Menschen nimmt zu.

Der Geriater plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit von Kliniken mit nieder­gelassenen Ärzten, stationärer und ambulanter Pflege, sowie einem rascheren Informationsfluss zwischen allen für die Behandlung Verantwortlichen. Außerdem gelte es, die Kommunikation, den Komfort und die Orientierung der Patienten in den Notaufnahmen zu verbessern und das Sturzrisiko zu vermindern, so der Chefarzt aus Klagenfurt. Er empfiehlt Ärzten außerdem, stärker zu hinterfragen, ob und gege­benenfalls wann die persönliche Fürsorge am Lebensende stärker in den Vordergrund treten sollte. © hil/aerzteblatt.de

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