Medizin

Darmbakterium fördert die Entstehung von Übergewicht

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Berlin – Ein im menschlichen Darm beheimatetes Bakterium „Clostridium ramosum“ fördert die Entstehung von Übergewicht – zumindest bei Mäusen. Das berichten Wissenschaftler um Michael Blaut und Anni Woting vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) im Journal der American Society for Microbiology (doi 10.1128/mBio.01530-14).

Die Forscher gingen mit ihrer Studie Hinweisen nach, nach denen ein Zusammenhang zwischen dieser Mikrobenart und dem Auftreten des metabolischen Syndroms besteht, das durch Übergewicht, hohen Blutdruck, eine Insulinunempfindlichkeit der Körperzellen und einen gestörten Fettstoffwechsel charakterisiert ist. Welche Mechanismen diesen Beobachtungen zugrunde liegen, sei dabei noch weitgehend unbekannt, hieß es aus der Arbeitsgruppe. „Um mehr über diese Mechanismen zu erfahren, untersuchten wir Mäuse, die nicht mit mausspezifischen Darmbakterien, sondern gezielt mit Bakterienarten des menschlichen Darms besiedelt waren“, sagte Studienleiter Blaut.

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Die Mikrobiologen untersuchten drei Mausgruppen. Zu Beginn der Studie besiedelten die Forscher keimfreie Tiere gezielt mit bestimmten Bakterienarten, die sich natürlicherweise im menschlichen Darm finden. Die erste Gruppe beimpften sie mit einer vereinfachten, für den Menschen typischen intestinalen Mikrobiota aus sieben Bakterienarten ohne Clos­tridium ramosum. Die zweite Gruppe besiedelten sie ausschließlich mit Clostridium ramosum. Der dritten Gruppe übertrugen die Wissenschaftler den Mix aus den sieben Mikrobenarten und zusätzlich Clostridium ramosum.

Danach mussten die Mäusegruppen vier Wochen lang eine fettreiche Diät einhalten. Während dieser Zeit stellten die Wissenschaftler keine Unterschiede zwischen den drei Gruppen hinsichtlich der Futteraufnahme und der Verdauung des Futters fest. Ebenso wenig fanden sie Anzeichen für Entzündungsprozesse im Körper der Tiere.

Allerdings beobachteten sie, dass die beiden Mausgruppen, die mit Clostridium ramosum besiedelt waren, deutlich mehr an Körpergewicht und Körperfett zulegten, als die Mäuse ohne diese Bakterienart. Weiterführende Analysen zeigten zudem, dass die beiden mit Clostridium ramosum beimpften Mausgruppen in ihren Dünndarmzellen verstärkt Transportproteine produzierten, die für die Aufnahme von Trauben- und Fruchtzucker und die Aufnahme von Fettsäuren eine Rolle spielen.

© hil/aerzteblatt.de

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