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Können Hunde Ebola übertragen?

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Franceville - Die Entscheidung der spanischen Behörden, den Hund der an Ebola erkrankten Krankenschwester zu töten, ist bei Tierliebhabern auf Kritik gestoßen. Studien zeigen aber, dass eine Infektion von Hunden nicht völlig auszuschließen ist.

Ebola ist eine Zoonose. Die Viren infizieren neben dem Menschen auch Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen. Bei allen Primaten verläuft die Infektion foudroyant und endet häufig mit einem schnellen Tod. Als langfristiges Reservoir kommen Menschenaffen deshalb nicht infrage. Die Forscher vermuten derzeit, dass verschiedene Fledermausarten das wichtigste Reservoir sind. Hunde gerieten in Verdacht, weil sie in zentralafrikanischen Dörfern engen Kontakt zum Menschen haben. Die Tiere werden nicht gefüttert und ernähren sich häufig von Kadavern verendeter Tiere. 

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Bei früheren kleineren Epidemien wurde wiederholt beobachtet, dass einige Patienten keinen Kontakt zu anderen Infizierten gehabt hatten. Bei der Epidemie im Sudan betrug der Anteil 4,9 Prozent, in der Epidemie in Kikwit/Kongo im Jahr 1995 waren es sogar 17,4 Prozent. Könnten die streunenden Hunde die Überträger sein?

Loïs Allela und Olivier Bourry vom Centre International de Recherches Médicales de Franceville, Gabun, hatten nach der Epidemie, zu der es 2001/2002 in dem zentral­afrikanischen Staat gekommen war, 258 Hunde untersucht: In den unmittelbar von der Epidemie betroffenen Dörfern konnten sie bei 25,2 Prozent der Hunde IgG-Antikörper gegen Ebola-Viren im Blut nachweisen. In der nahegelegenen Kleinstadt Mekambo betrug die Prävalenz 25,3 Prozent und in zwei größeren Städten des Landes noch 8,9 Prozent.

Die Viren selbst wurden bei keinem der Tiere nachgewiesen. Es gab bei den Epidemien offenbar auch keine Berichte über Erkrankungen von Hunden. Der Nachweis von Antikör­pern zeigt jedoch an, dass das Immunsystem der Tiere Kontakt mit den Viren hatte (ein Laborfehler scheint bei der hohen Prävalenz ausgeschlossen).

Dieser Kontakt führt nicht notwendigerweise zu einer systemischen Infektion. Es ist möglich, dass es bei einer „antigenen Stimulation“ des Immunsystems geblieben ist. Allela und Bourry wollten in ihrer 2005 erschienenen Publikation aber nicht ausschließen, dass einige Tiere vielleicht doch infiziert waren. Sollten sie längere Zeit die Viren ausscheiden, kämen sie in einer Epidemie als Überträger infrage. 

Die Tiere könnten sich über den Verzehr verendeter Tiere (aus dem Reservoir der Ebola-Viren) oder durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten der Patienten infiziert haben. Beweise hierfür fanden die Forscher nicht. Eine Übertragung durch die Hunde würde jedoch die unerklärlichen Infektionen bei einigen Patienten plausibel erklären.

Ein weiterer potenzieller Überträger könnten Schweine sein. Zwar wurden während den bisherigen Epidemien niemals Antikörper gegen Ebolaviren bei Schweinen gefunden. Es wurden aber auch nur 12 Tiere untersucht. In den Philippinen löst das mit den „humanen“ Ebolaviren verwandte Reston-Virus Epidemien bei Schweinen aus (Science 2009; 325: 204-206). Das Reston-Virus ist allerdings – vielleicht mit der Ausnahme einer Erkrankung – für den Menschen nicht pathogen.

© rme/aerzteblatt.de

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