Politik

Deutsche stellen ihren Ärzten ein gutes Zeugnis aus

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Berlin - Drei von vier Menschen in Deutschland sind mit dem Gesundheitssystem insgesamt und sieben von zehn Menschen mit ihren Ärzten zufrieden. Das zeigt der aktuelle TK-Meinungspuls, den die Techniker Krankenkasse (TK) und das Meinungs­forschungsinstitut Forsa heute in Berlin vorstellten. Für diesen befragte die Forsa im Auftrag der TK im Juni und Juli 2014 bevölkerungsrepräsentativ 2.001 Erwachsene in Deutschland zum Gesundheitssystem. Der Meinungspuls wurde bereits zum zehnten Mal erhoben.

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Befragte glauben an zukunftsfestes Gesundheitswesen
„Neun von zehn Menschen sehen der Studie zufolge auch Reformbedarf im Gesund­heits­wesen“, erklärte der TK-Vorstandsvorsitzende, Jens Baas. Der Trend sei jedoch positiv: Zwei Drittel der Deutschen glaubten daran, dass das Gesundheitssystem unter dem Strich auch in Zukunft seinen Aufgaben gewachsen bleibe ­ doppelt so viele wie noch 2006.

"Am pessimistischsten sind die Menschen in der 'Rushhour des Lebens' zwischen Mitte 20 und Mitte 50. Außerdem nehmen die Zweifel zu, je höher der Bildungsgrad und je schlechter der Gesundheitszustand sind", erläuterte Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner. 2006 hielt noch jeder Vierte einen umfassenden Neubau für nötig.  Die Mehrheit der Menschen in Deutschland (52 Prozent) ist Güllner zufolge jedoch für mehr Wettbe­werb auf allen Ebenen des Gesundheitssystems. Privat Versicherte würden sogar noch einen größeren Reformbedarf als gesetzlich Versicherte sehen.

Menschen auf dem Land pessimistischer als in der Stadt
Die Menschen sorgten sich vor allem um zwei Dinge, analysierte Baas, und zwar um die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens und um die Erreichbarkeit des medizinischen Fortschritts. So rechne die große Mehrheit der Menschen in Deutschland (85 Prozent) damit, dass die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in Zukunft steigen werden. Zudem gehe mehr als die Hälfte (54 Prozent) davon aus, dass der Leistungs­umfang in Zukunft eingeschränkt werden muss, und knapp jeder Zweite fürchte eine sinkende medizinische Versorgungsqualität (47 Prozent). Menschen auf dem Land seien dabei pessimistischer als Menschen in der Großstadt, erklärte Baas.

Nur jeder dritte Deutsche geht der Umfrage zufolge davon aus, dass auch in Zukunft noch alle Patienten nach neuesten medizinischen Erkenntnissen und mit Hilfe der neuesten Technik behandelt werden können. Zwei Drittel würden höhere Beiträge in Kauf nehmen, um weiter am medizinischen Fortschritt teilhaben zu können, erklärte Baas.

Große Mehrheit ist bereit, für eine gute Versorgung zu fahren
Fast die Hälfte der Befragten zeigte sich bei der Umfrage zufrieden mit dem Netz an Haus- und Fachärzten, das ihnen in ihrer Umgebung zur Verfügung steht. Klar erkennbar ist dabei ein Stadt-Land-Gefälle: In größeren Städten und Ballungsräumen ist die Zufriedenheit mit 60 Prozent sehr viel größer als auf dem Land (40 Prozent). „Im TK-Meinungspuls stellt bereits jeder fünfte Befragte, der auf dem Land wohnt, ein löchriges Angebotsnetz fest. In den Großstädten sieht nur jeder Elfte Defizite", erläuterte der TK-Vorstandvorsitzende.

Für eine bessere Untersuchungs- oder Behandlungsqualität ist jedoch die große Mehrheit bereit, weitere Wege in Kauf zu nehmen - sowohl zu niedergelassenen Ärzten (90 Prozent) als auch zu Krankenhäusern (84 Prozent), stellt die Umfrage fest. Menschen auf dem Land sind den Ergebnissen zufolge eher bereit, länger zu fahren, als Großstädter.

„Dennoch braucht es auch auf dem Land ein funktionierendes Versorgungsnetz“, sagte Baas. Den Lösungsansatz, dass Krankenschwestern und -pfleger Aufgaben von Landärzten übernehmen könnten, würden sich der Umfrage zufolge drei von vier Befragten (73 Prozent) vorstellen können. Darüber hinaus könne Telemedizin vor allem in strukturschwachen Regionen ein Mittel sein, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, meinte der TK-Vorstandsvorsitzende. Etwa jeder dritte Deutsche (37 Prozent) könne sich vorstellen, mit einem Arzt per Videogespräch zu kommunizieren.

Die TK ließ Forsa auch nach IGeL-Angeboten fragen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Befragten bekam von ihrem Arzt IGeL-Leistungen angeboten; drei Viertel nahmen diese auch an. Am häufigsten boten Ärzte in Baden-Württemberg diese Leistungen an. Unter den Arztgruppen liegen die Gynäkologen vorn, gefolgt von Zahn- und Augenärzten. Am häufigsten angenommen werden diese Leistungen von den bayrischen Patienten.

Die TK und Forsa fragten ferner nach einer Absicherung für den Pflegefall. „Die Deutschen gehen zwar ganz realistisch davon aus, dass die gesetzliche Pflege­ver­sicherung nur einen Teil der Kosten für Pflege im Alter abdeckt. Dennoch geben vier von zehn Deutschen an, darüber hinaus noch gar nichts zur eigenen Absicherung getan zu haben", sagte Baas. 62 Prozent der Befragten räumten ein, wohl nicht genug für ihre Absicherung zu tun. Sieben von zehn führten Kostengründe an, für 45 Prozent war die Pflegeabsicherung bislang kein Thema. Vier von zehn Menschen vertrauen darauf, dass Angehörige oder Freunde im Pflegefall helfen werden, und drei von zehn gehen davon aus, dass der Staat im Notfall finanziell einspringen wird. © ER/aerzteblatt.de

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Widerstand
am Montag, 13. Oktober 2014, 12:25

Gutes Zeugnis für Ärzte..

Fragt sich, ob bei der Umfrage genau so getrickst wurde, wie es die Bundesregierung bei der Berechnung von ALG II tut: Bestimmte Bevölkerungsschichten werden ignoriert.
Persönliches Erlebnis: 2013 habe ich vier verschiedene Ärzte aus verschiedenen Bereichen aufsuchen müssen. Drei davon waren unverschämt oder wimmelten mich ab oder hatten in 4 Monaten einen Termin. Das beste daran war, dass ein Privatpatient direkt vor mir einen Termin für den nächsten Tag bekam.
Oh nein, dass ist kein Einzelfall, liebe TK.
Die beste Statistik ist die, die ich selbst gefälscht habe :-)
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