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Onkologen setzen große Hoffnungen auf die Immuntherapie

Montag, 13. Oktober 2014

Hamburg – Die Tumor-Immuntherapie hat sich in den vergangenen zwei Jahren von einem langjährigen Hoffnungsträger zu einem Therapieansatz mit großem Potenzial entwickelt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) auf ihrem Jahreskongress.

„Es spricht in der Tat einiges dafür, dass wir am Beginn einer neuen Ära in der Tumor­therapie stehen. Wir sind optimistisch, dass wir bald zahlreichen Patienten neue, effektive Behandlungen anbieten können“, sagte Carsten Bokemeyer, Kongress­präsident der Jahrestagung 2014.

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Ein wichtiger Ansatz ist laut der Fachgesellschaft die sogenannte Checkpoint-Hemmung. Hintergrund ist, dass das Immunsystem zwar bei vielen Patienten auf eine Krebser­krankung reagiert, dabei aber vom eigenen regulatorischen Netzwerk blockiert wird. Jetzt stehen Medikamente für die Aufhebung dieser internen Blockade zur Verfügung.

Zum Beispiel hätten Antikörper wie Ipilimumab, der gegen das cytotoxische T-Lympho­zyten assoziierte Antigen (CTLA-4) gerichtet ist, in den letzten Jahren die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Melanom erheblich verändert. „Eine CTLA-4-Blockade unterdrückt in der frühen Phase der T-Zellaktivierung im Lymphknoten die Immuntoleranz und löst so antitumorale Effekte aus“, erläuterte Andreas Mackensen vom Universitäts­klinikum Erlangen auf dem Kongress.

Neue Hoffnungsträger sind sogenannte PD-1-Antikörper, die mittlerweile in zahlreichen klinischen Studien evaluiert werden. Anders als CTLA-4-Blocker wirken sie in der Effektorphase des Immunsystems im peripheren Gewebe und damit an der Kontaktstelle zwischen Tumorzelle und T-Zelle.

„Aber wir benötigen dringend weitere Studien zu unterschiedlichen Therapieregimes, um den Klinikern bessere Daten an die Hand geben zu können, die es ihnen erlauben, die neuen Substanzen so einzusetzen, dass die Patienten den optimalen Nutzen haben“, sagte Mathias Freund, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. Dann werde sich zeigen, ob die Checkpoint-Inhibitoren das Potential haben, auch bei anderen Krebserkrankungen als dem malignen Melanom zu einer wichtigen Säule in der Krebstherapie zu werden. © hil/aerzteblatt.de

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EEBO
am Donnerstag, 16. Oktober 2014, 18:18

Willkommen im lustigen Mutantenstadl!

Bernett hat wieder seine/ihre Fiedel ausgepackt und spielt um ein paar Schwermetallmünzen (kleiner Tipp: Versuch's doch mal mit einem Glühbirnendraht, solange es die Dinger noch gibt...). Dieser hochgestochene Weichquark bleibt trotz allem Weichquark - es sei denn, Du läßt mal die Hosen herunter und läßt uns an Deiner Quelle solch unvergänglicher Erkenntnisse teilhaben. Überhaupt: Wo bleibt der Hinweis auf den obligaten Olivenölklistier?
Ansonsten gilt: Wenn Du eine solche tolle Idee hast, mußt Du sie nicht unter jeden Artikel schreiben, der sich mit onkologischer Systemtherapie beschäftigt - forsche lieber selber dran oder spende ein paar Vitamin-D-Tabletten zur Finanzierung dieser Forschung.
Ach übrigens: Ibritumomab-Tiuxetan, nur mal so als "alternativer" Denkansatz...
Bernett
am Donnerstag, 16. Oktober 2014, 12:16

Immuntherapie mit MAK könnte mit erfolgreichem Radiosensitizing kombiniert werden

Manche Krebszellen zeigen nicht nur zu einer Art von monoklonalen Antikörpern (MAK) eine Affinität, sondern zu verschiedenen MAK. Würde man an diese MAK Schweratome anhängen, am besten das nicht toxische Wolfram mit der Ordnungszahl 74, dann wäre ein hochwirksames Radiosensitizing möglich, wobei die Einfallsdosis deutlich reduziert werden könnte. Wenn so im CT ein deutliches Enhancement erkennbar ist, so lässt sich eine kurative Herddosis von 30 Gy erwarten. So könnte man endlich mit deutlich geringeren Kosten Krebsherde vernichten!

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