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Hygiene-Kampagne in Indien bislang ohne Effekt

Dienstag, 14. Oktober 2014

Atlanta – Die Installation von sanitären Anlagen im Rahmen der sogenannten Total Sanitation Campaign konnte in Indien bisher die Rate von Durchfall- und Wurmer­krankungen nicht wesentlich senken. Wissenschaftler um Thomas Clasen an der Emory University, Atlanta und der London School of Hygiene & Tropical Medicine berichten in Lancet Global Health über die Ergebnisse der Kampagne und mögliche Gründe für die fehlenden Erfolge (http://dx.doi.org/10.1016/S2214-109X(14)70307-9).

Etwa ein Drittel der 2,5 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sanitären Anlagen lebt nach Angaben der Wissenschaftler in Indien. Mangelhafte Abwasserentsorgung und zu wenige sanitäre Anlagen gehören zu den Gründen immer wiederkehrender Cholera- und Durchfallepidemien in dem Land. Jährliche sterben dort 1,4 Millionen Menschen an den Folgen dieser Erkrankungen. 1999 formulierte das Ministerium für ländliche Entwicklung Indiens erstmals die Ziele der Total Sanitation Campaign. Im Rahmen dieser Intervention sollte Familien in ländlichen Regionen der Zugang zu öffentlichen Latrinen mit Abwasser­entsorgung ermöglicht werden.

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100 indische Dörfer, in welchen 2011 weniger als zehn Prozent der Bewohner Zugang zu Toiletten hatten, wurden von den Wissenschaftlern in zwei Gruppen randomisiert. In der Interventionsgruppe wurden für Haushalte unter der Armutsgrenze öffentliche Latrinen errichtet, während die Kontrolldörfer nur beobachtet wurden. Die Wissenschaftler überprüften im Verlaufe der Studie auch, ob die Latrinen tatsächlich genutzt und instand gehalten wurden. In 20 Prozent der über 9.000 Haushalte kontrollierten die Forscher die Qualität der Trinkwasserquellen und die Handhygiene von Müttern und Kindern. Die Arbeitsgruppe beobachtete die beiden Gruppen von Januar 2011 bis Oktober 2013.

In den Kontrolldörfern stieg die Anzahl der Latrinen, von durchschnittlich acht Prozent auf zwölf Prozent, während diese in den Interventionsdörfern von durchschnittlich neun auf 63 Prozent stieg. Trotz der verbesserten sanitären Versorgung unterschied sich die Sieben-Tagesprävalenz der Diarrhoe bei Unter-Fünfjährigen mit 8,8 Prozent nur unwesentlich von der Raten in den Kontrolldörfern, die 9,1 Prozent betrug.

Über Stuhlproben ermittelten die Forscher außerdem, dass die Prävalenz von Wurminfektionen kaum gesenkt wurde (17,6 Prozent versus 17 Prozent). Die Trinkwasserqualität in den Dörfern wurde durch die Latrineninstallation nicht negativ beeinflusst, sodass die Arbeitsgruppe potenzielle Kontaminationsquellen hier ausschließen konnte. Die Handhygiene von getesteten Müttern verbesserte sich in den Interventionsgruppen jedoch deutlich (205,8 versus 469 Kolonien).

Die Wissenschaftler stellten in ihrer Auswertung fest, dass die Latrinen von den Anwohnern oft nicht genutzt oder instand gehalten wurden. Weitere Kontaminations­quellen vermuten die Forscher im häufigen Verzicht auf das Händewaschen und der ungenügenden Latrinenabdeckung von lediglich 63 Prozent. Unhygienische Zustände könnten letztlich auch durch die ständige Exposition der Landbevölkerung mit Tierfäkalien zustande kommen. Die Arbeitsgruppe geht auf Grundlage ihrer Ergebnisse davon aus, dass das Latrinenprogramm als Einzelmaßnahme kaum einen Einfluss auf die Durchfallprävalenz hat. 

© hil/aerzteblatt.de

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docyilmaz
am Mittwoch, 15. Oktober 2014, 12:59

Tip.Dr.(Uni.K.) Ömer Yilmaz

" Etwa ein Drittel der 2,5 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sanitären Anlagen lebt nach Angaben der Wissenschaftler in Indien"

ist es ein Schreibfehler, 2.5 Milliarden Menschen in Indien?
mfg

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