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Ärzteschaft

Licht und Schatten im Klinikalltag

Mittwoch, 15. Oktober 2014

München – Vier von fünf Krankenhausärzten haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Arbeit anderen nützt und einen positiven Einfluss auf andere hat. Das geht aus einer Umfrage unter 1.045 Mitgliedern des Marburger Bundes Bayern aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Hierarchieebenen hervor, die von der Ludwig-Maximilians-Uni­versität München vorgenommen wurde.

Zudem gaben 61 Prozent der befragten Ärzte an, häufig das Gefühl zu haben, ihre eigenen Ziele zu erreichen und Aufgaben abschließen zu können, weitere 33 Prozent erleben dies ab und zu. Zwischen Chef-, Ober-, Fach- und Assistenzärzten variiert diese Einschätzung nur gering.

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Jeder Achte muss als unzumutbar angesehene Aufgaben erfüllen
Jeder fünfte befragte Arzt ist allerdings der Meinung, häufig Aufgaben erledigen zu müssen, die keinen Sinn ergeben oder die mit weniger Aufwand erledigt werden könnten, wenn sie besser organisiert wären. Jeder dritte Arzt muss solche Aufgaben ab und zu erledigen.

Ebenfalls ein Drittel der befragten Ärzte gab an, ab und zu unzumutbare Aufgaben erfüllen zu müssen: Aufgaben, die als „niedere Tätigkeiten“ empfunden werden oder für die im Gegenteil mehr Erfahrung notwendig wäre. 12 Prozent der Befragten müssen solche Aufgabe häufig erledigen.

Drei von vier Ärzten können sich nicht auf ihren Vorgesetzten verlassen
29 Prozent der Befragten sind zudem der Ansicht, dass sie sich deutlich mehr in ihrem Beruf anstrengen, als in Form von Wertschätzung, Arbeitsplatzsicherheit oder einem angemessenen Gehalt gewürdigt wird. Vor allem Fachärzte empfinden dies so (39 Prozent), Chefärzte seltener (14 Prozent).

Positive Rückmeldungen durch Kollegen, Vorgesetzte oder Patienten erfährt jeder fünfte Klinikarzt häufig und jeder Zweite ab und zu. Jeder Dritte gab an, kaum ein positives Feedback zu erhalten. Viele Ärzte bemängeln zudem, dass sie sich bei Schwierigkeiten nicht auf ihren Vorgesetzten verlassen können (74 Prozent). Auf ihre Kollegen kann sich die Hälfte der Befragten bei Problemen verlassen – die andere Hälfte allerdings nicht.

Klinikärzte schlafen im Durchschnitt etwas mehr als sechs Stunden
Viele Ärzte haben Probleme damit, nach der Arbeit gedanklich abzuschalten. Jeder Zweite machte diese Angabe. Auch hier gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den Hierarchien. 78 Prozent gaben an, sich nach stressigen Phasen nie bis selten erholen zu können.

Pro Nacht schlafen die befragten Ärzte im Durchschnitt etwas mehr als sechs Stunden. Die Schlafqualität bezeichnete jeder Vierte als „schlecht bis sehr schlecht“. 36 Prozent gaben zudem an, Probleme mit Tagesmüdigkeit zu haben. © fos/aerzteblatt.de

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