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Präventionsprogramm zur Senkung des Unfallrisikos bei Schülern zeigt Wirkung

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Berlin – Experten der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) haben eine positive Bilanz des seit drei Jahren laufenden Präventionsprogrammes P.A.R.T.Y. (Prävention von durch Alkohol und risikoreichem Verhalten verursachte Traumata bei Jugendlichen) gezogen, das bei Schülern das Bewusstsein für Gefahren im Straßen­verkehr schärfen soll. „Ziel ist es, Jugendliche durch persönliche Erfahrungen in die Lage zu versetzen, in kritischen Situationen kluge Entscheidungen zu treffen“, erklärte DGU-Präsident Bertil Bouillon im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie Ende Oktober in Berlin.

Der Fachgesellschaft zufolge erhöhen neben dem Smartphone vor allem Alkoholkonsum und rasantes Fahren das Unfallrisiko bei Jugendlichen. Laut dem Statistischen Bundes­amt verunglückten 2013 mehr als 65.000 junge Männer und Frauen zwischen 18 und 24 bei Verkehrsunfällen. „Als Unfallchirurgen erleben wir täglich, wie junge Menschen durch Unachtsamkeit oder Selbstüberschätzung ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen“, sagte Bouillon. Deshalb sei es wichtig, schon bei Schülern das Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr zu schärfen.

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Hier setzt das Präventionsprogramm P.A.R.T.Y. an, indem es Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren über das Risikoverhalten und seine Folgen aufklärt. Am sogenannten P.A.R.T.Y.-Tag verbringen die Schüler einen ganzen Tag in einer Unfallklinik und erleben dabei, welche Stationen ein schwerverletzter Patient durchläuft. Die Teilnehmer besuchen einen Rettungswagen, den Schockraum, Intensivstation und Physiotherapie und kommen dabei mit Schwerverletzten in Kontakt, die über ihr Schicksal berichten.

Das aus Kanada stammende Programm startete 2011 in Köln-Merheim an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie. Seitdem beteiligen sich 15 Kliniken aus ganz Deutschland daran – mit Erfolg: „Bis heute haben wir 55 Programme an 10 Standorten durchgeführt. Im Durchschnitt nahmen 22 Schüler pro Programm teil, folglich nahezu 1.300 Jugendliche“, so Bouillon.

Auch die Reaktionen der Schüler zeigten, dass der Besuch der Unfallstationen einen prägenden Eindruck hinterlässt: „Viele sind schockiert, wenn sie zum ersten Mal die Intensivstation betreten oder die Verletzungen der Unfallopfer sehen“, unterstrich der DGU-Präsident. Jede Klinik, die Erfahrungen in der Versorgung Schwerverletzter hat, könne und sollte deshalb an diesem Programm teilnehmen. © hil/aerzteblatt.de

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