9.361 News Medizin

Medizin

Ebola: 21 Tage Quarantäne zu kurz?

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Philadelphia – Die derzeit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Beobachtungs- und Quarantänezeit für Menschen, die mit Ebolaviren exponiert waren, könnte nach Ansicht eines US-Forschers zu kurz sein. Nach seinen Berechnungen in PLOS Currents Outbreaks (2014; doi: 10.1371/currents.outbreaks) könnten bis zu 12 Prozent der Infizierten das Virus noch zu einem späteren Zeitpunkt weitergeben.

Die WHO gibt die Inkubationszeit der Ebola-Infektion mit 2 bis 21 Tagen an und rät, Kontaktpersonen bis zu 21 Tage zu beobachten beziehungsweise unter Quarantäne zu stellen. Die Angaben beruhen laut Charles Haas, einem Umweltingenieur am Drexel College of Engineering in Philadelphia, vor allem auf den Erfahrungen früherer Epide­mien in Zaire (1976) und Uganda (2000). Die Analyse früherer Ausbrüche legt laut Haas jedoch die Möglichkeit einer längeren Inkubationszeit nahe. Er befürchtet, dass bis zu 12 Prozent der Infizierten das Virus auch noch nach dem Ende der 21-tägigen Beobach­tungszeit übertragen könnten.

Anzeige

Ob sich Haas mit seinen Bedenken durchsetzt, bleibt abzuwarten. Das WHO Response­team hatte am 23. September auf der Basis von 4.507 Patienten die Inkubationszeit der aktuellen Epidemie auf 11,4 Tage geschätzt. Nach den Berechnungen der Forscher sollten 95 Prozent der Patienten innerhalb von 21 Tagen nach der Exposition erkranken (NEJM 2014; doi: 10.1056/NEJMoa1411100). Dies schließt eine spätere Übertragung im Einzelfall nicht aus. Die 95 Prozent-Grenze gilt jedoch als vernünftiger Kompromiss zwischen Sicherheit und Kosten der Maßnahmen. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
9.361 News Medizin

Nachrichten zum Thema

20.10.14
World Health Summit: Eröffnung ganz im Zeichen von Ebola
Berlin – Ein abgestimmtes internationales Vorgehen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika hat Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) anlässlich der Eröffnung des 6. World Health...
17.10.14
Ebola-Impfstoff kommt frühestens Anfang 2015
Brentford – Ein Impfstoff gegen das Ebolavirus wird frühestens zu Beginn des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Ob er zunächst in weiteren randomisierten Studien oder in einem Feldversuch...
17.10.14
Ärztliche Spitzenverbände rufen zu einer Gemeinschaftsaktion gegen Ebola auf
Freiwillige medizinische Helfer können sich beim DRK melden: https://drkhrnet.drk.de/Home Berlin – 16 ärztliche Spitzenverbände haben heute in Berlin Maßnahmen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie...
17.10.14
Weltweite Forderungen nach Unterstützung für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie
Berlin – Der Bundestag dringt auf weitere Hilfen für die von der Ebola-Epidemie betroffenen Staaten Westafrikas. Das Parlament forderte die Bundesregierung am Freitag auf, Aufklärungs- und...
16.10.14
EU setzt in Ebola-Krise auf Verstärkung der Kontrollen in Westafrika
Brüssel – Um die die Ebola-Epidemie in den Griff zu bekommen, setzt die EU auf eine Verstärkung der Ausreisekontrollen in den betroffenen westafrikanischen Ländern. Die EU-Gesundheitsminister einigten...
15.10.14
Zweite Pflegekraft in den USA mit Ebola infiziert
Dallas – In den USA hat sich eine zweite Pflegekraft mit Ebola angesteckt. Die Person hatte sich ebenfalls um den aus Liberia eingereisten Mann gekümmert, der vor einer Woche gestorben war, teilte die...
14.10.14
Ebola: Screening an den Grenzen teuer, aber wirkungslos
Stockholm – Zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen eine Ausbreitung von Ebola gehört das Screening von Reisenden an den Grenzen. Die Erfahrungen der SARS-Epidemie zeigen jedoch, dass die Chancen,...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in