Vermischtes

IT in der Intensivmedizin: Ärzte und Pflege entlasten

Montag, 20. Oktober 2014

Hamburg – Durch das vor zehn Jahren eingeführte DRG-System hat sich die Dokumen­tation in der Intensivmedizin verändert. „Insbesondere die Erfassung der Parameter und Berechnung der Scores für die intensivmedizinische Komplexbehandlung, aber auch das Zusammenzählen von Arzneimittelgaben, Beatmungsstunden oder Zeiten an der Dialyse kost viel Zeit – Zeit die am Patienten fehlt“, betont Christian Waydhas, Sprecher der Sektion Qualität und Ökonomie in der Intensivmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Dokumentationsaufgaben können gut von IT-Systemen, den Patientendatenmanage­mentsystemen (PDMS)  übernommen werden, doch dies ist schwieriger als es auf den ersten Blick scheint. „Die Tücke liegt im Detail“, erklärt Rainer Röhrig, Sprecher der DIVI-Sektion Informations- und Medizintechnik. „Um die Vielzahl an erforderlichen Informationen und Regeln effizient verarbeiten zu können, muss die Dokumentation strukturiert und standardisiert, müssen Schnittstellen zu anderen IT-Systemen geschaffen und gepflegt werden.“  Auch müsse die Funktionalität des PDMS zu den lokalen Arbeitsabläufen und der IT-Infrastruktur passen, so Röhrig.

Anzeige

Ähnlich sieht das Dr. Christof Seggewies, Sprecher der AG Klinische Arbeitsplatzsysteme der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie: „Auch wenn das DRG-System, ICD, OPS und Kodierrichtlinien für alle Häuser gleich gelten, die organisatorischen und technischen Strukturen sind so unterschiedlich, dass es nicht das eine perfekte System geben kann. Die Kliniken müssen das System wählen, welches für sie am besten passt“.

Eine Methode, die Unterschiede zwischen den Systemen transparent zu machen und ihre Funktionalität zu bewerten, ist eine Softwaredemonstration mit vorgegebenen iden­tischen Arbeitsabläufen (Szenarien). Dies ist auch das Prinzip der Clinical Documentation Challenge (CDC). Röhrig erläutert das Prinzip folgendermaßen: „Die Hersteller erhalten ein einheitliches Szenario, in dem alltägliche Anforderungen wie die Erfassung der Scores für die Komplexbehandlung oder die ICD-Kodierung eines Dekubitus auf Basis der Pflegedokumentation aufgeführt sind. Die Hersteller demonstrieren dann, wie ihre Softwarelösungen die Erledigung dieser Aufgaben unterstützen können.“

Die CDC sei damit ein öffentliches Usability-Labor, in dem auch IT-unerfahrene Intensiv­mediziner die Unterschiede zwischen den Systemen erkennen und bewerten könnten. Bei der 14. Jahrestagung der DIVI vom 3. bis 5 Dezember in Hamburg wird zum vierten Mal auch eine „PDMS Clinical Documentation Challenge“ veranstaltet, an dem sechs der führenden PDMS-Hersteller teilnehmen werden. © KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

25.07.16
Stuttgart – Erweiterte Möglichkeiten für sogenannte Fernbehandlungen hat jetzt die Landesärztekammer Baden-Württemberg geschaffen. Die Vertreterversammlung gestattete am vergangenen Samstag......
22.07.16
Berlin – Ihre Smartphone-Applikation der Bundesarztsuche erweitert hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Das System bietet Praxen jetzt auch die Möglichkeit, eine Zertifizierung nach dem......
21.07.16
Berlin – Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 40.000 Nutzer für das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) entschieden – damit nutzen mittlerweile mehr als 100.000 Ärzte und......
15.07.16
NRW fördert E-Health-Projekte in Ostwestfalen-Lippe
Bielefeld – Um die gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern, fördert das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen zwei Digitalisierungs-Projekte in Ostwestfalen-Lippe mit 1,2......
14.07.16
Berlin – Der elektronische Heilberufsausweis wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Darauf hat Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hingewiesen. „Aktuell......
14.07.16
CoachPTBS: App für traumatisierte Bundeswehrsoldaten
Dresden – Um Soldaten nach belastenden Einsätzen bestmöglich zu unterstützen, hat die Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gemeinsam mit der......
14.07.16
Paris – Frankreich will die eigene Führungsposition im Bereich medizinischer Innovationen weiter ausbauen. Dazu hat Gesundheitsministerin Marisol Touraine jetzt die nationale Strategie E-Health 2020......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige