Ärzteschaft

Augenärzte wollen Versorgung von Pflegeheimbewohnern verbessern

Dienstag, 21. Oktober 2014

Bonn – Die Versorgung der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen verbessern will die Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). „Basierend auf Studien aus anderen Industrienationen müssen wir von einem hohen Anteil unerkannter Sehbehinderung in Alten- und Pflegeheimen ausgehen“, sagte Frank Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. In vielen Einrichtungen lebten Menschen, deren Sehbehinderung gar nicht erkannt oder erfasst werde.

Die Stiftung Auge will daher ab November bundesweit ein Projekt starten, das die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen erfassen und Versorgungslücken aufdecken soll. Dafür werden Augenärzte Heime von Arbeiter­wohlfahrt, Caritas, Diakonie und anderen Trägern aufsuchen. Sie erfassen dort die vorhandenen Angaben zur Augenanamnese und werden die Bewohner augenärztlich untersuchen.

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Das Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke wird das Projekt wissenschaftlich begleiten.

„Werden Erkrankungen wie etwa die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), grüner Star oder diabetische Netzhauterkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt können sie zu Sehbehinderungen und Erblindung führen“, hieß es aus der DOG. Da die Deutschen immer älter werden, erwartet die Fachgesellschaft, dass die Zahl dieser Augen-Erkrankungen zunimmt. Allein für die AMD und das Glaukom rechnet die DOG bis 2030 mit einem Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008.

© hil/aerzteblatt.de

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