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World Health Summit: Gesundheit ist Basis für nachhaltige Entwicklung

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Berlin – Gesundheit ist einer der Schlüsselaspekte der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG), die nach dem Willen der Vereinten Nationen 2016 die Millennium Entwicklungsziele (Millennium Development Goals) ablösen sollen. Diese waren im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Vereinten Nati­onen, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und dem Entwicklungs­aus­schuss der OECD formuliert worden und sollten bis 2015 umgesetzt werden.

Die neuen SDGs sollen künftig der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene dienen, erklärte der Sondergesandte der Schweiz für die Entwicklung der SDGs, Michael Gerber, am Dienstag beim World Health Summit in Berlin. „Gesundheit ist eine der Grundvoraussetzungen für nachhaltige Entwicklung“, sagte Gerber.

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Die die Gesundheit betreffenden Millennium Entwicklungsziele hätten sich in erster Linie auf die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit sowie den Kampf gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose konzentriert, so der Schweizer Botschafter. Dabei habe es große Fortschritte in diesen Bereichen gegeben.

So sei beispielsweise die Kinder­sterblichkeit von 90 pro 10.000 Kindern im Jahr 1990 auf 48 im Jahr 2013 gesunken. Dennoch sei Gesundheit noch immer nicht für alle erreich­bar. Mit den Millenniumszielen habe man sich auf bestimmte Krankheiten fokussiert und dabei zum Teil andere Bereiche vernachlässigt, erklärte Gerber.

Die die Gesundheit betreffenden SDGs seien deshalb umfassender und beinhalteten drei entscheidende Richtungswechsel: Ungerechtigkeiten im Zugang zu Gesundheits­leistungen müssten beseitigt und ein universeller Zugang zur Gesundheitsversorgung geschaffen werden. Gesundheit dürfe nicht länger isoliert betrachtet werden. Statt­dessen müssten die sozialen Determinanten der Gesundheit mehr in den Fokus gerückt werden.

Außerdem müsse man bei der Definition und Umsetzung der neuen Gesundheitsziele sämtliche Gesundheitssysteme weltweit betrachten und sich nicht, wie bei den Millenniumszielen, allein auf die Entwicklungs- und Schwellenländer konzentrieren, sagte Gerber. „Wir müssen uns vom krankheitsbezogenen Ansatz wegbewegen hin zu einem Ansatz zum gesunden Leben.“

Im Juli 2015 wird sich unter der Ägide der Vereinten Nationen eine Konferenz in Äthiopien damit befassen, wie die Umsetzung der SDGs finanziert werden kann. Christoph Benn vom Global Fund zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria, setzte in Berlin auf eine Pool-Lösung. Wie die GAVI Alliance, die sich für den weltweiten Zugang zu Impfungen einsetzt, sammle auch der Global Fund Geld für ganz zielgerichtete Projekte von einer Vielzahl an Gebern ein, darunter Institutionen wie die Vereinten Nationen, nationale Regierungen, Philanthropen oder auch von Nicht-Regierungs­organisationen.

Diese Art der Finanzierung habe zu einer nie da gewesenen Steigerung der Ausgaben für globale Gesundheit geführt. Flossen 1990 noch 5,6 Milliarden Dollar in Gesundheits­projekte, waren es 2011 rund 28 Milliarden Euro. „Diese Beträge können Sie niemals einsammeln, wenn jeder raus geht und seine eigenen Projekte auflegt“, so Benn. Und: „Wenn wir dieses Geld vernünftig investieren, können wir dramatische Fortschritte erzielen.“ Da sich inzwischen viele arme Länder zu Staaten mit mittlerem Einkommen entwickelt hätten, könne man zudem auf neue Finanzierungspartnerschaften hoffen.

Benn ging beim World Health Summit auch kurz auf die Vorwürfe ein, GAVI und der Global Fund konzentrierten sich nur auf einige klar umrissene Ziele, vernachlässigten aber dabei die Entwicklung von Gesundheitsstrukturen in armen Ländern und damit deren nachhaltige Entwicklung. „Wir konzentrieren uns zwar auf bestimmte Erkran­kungen“, räumte Benn ein. „Aber wir investieren auch in die Breite und arbeiten mit Partnern vor Ort.“ Gerade der jüngste Ebola-Ausbruch in Westafrika zeige ja, wie wichtig es sei, in Gesundheitssysteme zu investieren. © HK/aerzteblatt.de

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