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Ärztekammern werben für das Konzept der Priorisierung

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Düsseldorf – Mit einer Reihe von Workshops wollen die Bundesärztekammer (BÄK) und die Landesärztekammern dafür sorgen, dass das Konzept der Priorisierung innerhalb der Ärzteschaft weitere Verbreitung und Akzeptanz findet. Auftaktveranstaltung war am 21. Oktober bei der Ärztekammer Nordrhein. „Wenn es uns gelingt, eine kritische Masse von Ärzten zu erreichen, ist die Möglichkeit da, einen gesellschaftlichen Prozess anzu­stoßen.“ Dann folge vielleicht auch die Politik, meint Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein.

Auf die Vorschläge des damaligen BÄK-Präsidenten Jörg-Dietrich Hoppe beim Deutschen Ärztetag 2009 in Mainz, sich mit dem Thema Priorisierung zu befassen, habe es überaus hysterische Reaktionen aus der Politik gegeben. Inzwischen könnte aber die Zeit reif sein für einen weiteren Anstoß in diese Richtung.  

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Priorisierung im Gesundheitswesen wird verstanden als die Feststellung einer Vorrangig­keit von vorab definierten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vor anderen. Das Ergebnis soll eine mehrstufige Rangreihe nach gesellschaftlich geklärten Zielen, Werten und Normen sein.

Henke wies auf Umfragen in der Bevölkerung hin, die zeigten, dass vor allem die Ärzte darüber entscheiden sollten, welche Leistungen von der GKV bezahlt werden. Das Beispiel Schweden zeige, dass Priorisierung machbar sei – und das nicht allein unter einem Spardiktat. Henke betonte, dass Priorisierung nicht mit Rationierung verwechselt werden dürfe. Während Rationierung die Vorenthaltung nützlicher Maßnahmen bedeute, biete Priorisierung neue transparente Kriterien für die Mittelverteilung im Gesundheitswesen. © TG/aerzteblatt.de

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