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Genvariante erhöht Erdnussallergie durch Hausstaub

Donnerstag, 23. Oktober 2014

London – Eine bei Europäern häufige Genvariante, die zu einer Barrierestörung der Haut führt, macht Kinder anfällig für eine Erdnussallergie, wobei die Sensibilisierung laut Studie im Journal of Allergy and Clinical Immunology (2014; 134: 867–875.e1) über eine Exposition mit Erdnuss-Allergenen im Hausstaub erfolgt.

Etwa 9 Prozent aller Menschen europäischer Herkunft tragen eine Genvariante, die zur Bildung eines defekten Filaggrin-Proteins in der Epidermis führt. Die Folge ist eine Permeabilitätsstörung der Haut, die in früheren Studien bereits mit einer Prädisposition auf eine Atopische Dermatitis (AD) in Verbindung gebracht wurde.

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Viele Menschen mit AD leiden auch unter einer Nahrungsmittelallergie, und es wird vermutet, dass die Sensibilisierung über die Haut erfolgen könnte. Helen Brough vom King’s College in London und Mitarbeiter haben diese Hypothese jetzt an Teilnehmern der Manchester Asthma and Allergy Study untersucht. Es handelt sich um eine Zufalls­stichprobe von 1.184 Kindern, die seit der Schwangerschaft ihrer Mütter regelmäßig untersucht werden.

Während der Spätschwangerschaft oder in den ersten Lebensmonaten wurden auch Staubproben aus den Wohnungen der Familien archiviert und später auf Erdnuss­allergene untersucht. Brough hat die Konzentration mit späteren Erdnussallergien bei den Kindern im Alter von 8 und 11 Jahren in Verbindung gesetzt. Die Studie umfasst 577 Kinder, die auch auf Loss-of-Function-Varianten im Filaggrin-Gen untersucht wurden.

Ergebnis: Kinder, die in den ersten Lebensjahren mit Erdnussallergenen exponiert waren, erkrankten später tatsächlich häufiger an einer Nahrungsmittelallergie auf Erdnüsse. Die Assoziation war allerdings auf Kinder mit Loss-of-Function-Varianten des Filaggrin-Gens beschränkt. Bei ihnen war jeder Anstieg der Allergenkonzentration im Hausstaub um eine logarithmische Einheit mit einem sechsfach erhöhten Risiko auf eine Sensibilisierung (Pricktest oder orale Exposition) und mit einem dreifach erhöhten Risiko auf eine Nahrungsmittelallergie assoziiert. Bei den Kindern mit intaktem Filaggrin-Gen bestand keine Assoziation.

Nach Ansicht von Studienleiter Gideon Lack sind die Ergebnisse ein weiterer Beweis für die duale Allergen-Exposition-Theorie. Danach werden Nahrungsmittelallergien durch eine Exposition der Allergene über die Haut vermittelt, während eine frühe Exposition über die Nahrung eher eine Toleranz erzeugt.

Frühere Empfehlungen, nach der Mütter Erdnüsse während der Schwangerschaft und Stillzeit vermeiden sollten, könnten deshalb falsch sein, meint Lack. Derzeit werde untersucht, ob eine gezielte Fütterung der Säuglinge und Kleinkinder mit Erdnüssen in der Lage ist, einer Allergie vorzubeugen.

Dabei müssten die Mütter genetisch prädisponierter Kinder jedoch tunlichst darauf achten, dass die Allergene nicht in den Hausstaub gelangen, was sich als schwierig erweisen könnte. Erdnussprotein ist bis zu drei Stunden nach dem Verzehr von Erdnüssen an Händen und im Speichel nachweisbar. Auf Tischoberflächen, Möbeln und Kissen widerstehen Erdnussproteine den üblichen Reinigungsmethoden wie Staubsaugen. © rme/aerzteblatt.de

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