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Senioren als Mitgestalter von Quartiersnetzwerken im Ruhrgebiet

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Gelsenkirchen – Ende Oktober ist das Forschungsprojekt „QuartiersNETZ“ gestartet, das sich mit dem demografischen Wandel im Ruhrgebiet befasst. Entwickelt werden mit älteren und für ältere Menschen reale und digitale Quartiersnetzwerke, die diesen die gesellschaftliche Teilhabe und ein längeres selbstbestimmtes Leben in ihrem Wohn­umfeld ermöglichen sollen.

Referenzgebiet ist die Stadt Gelsenkirchen, die bereits seit dem Jahr 2005 einen Seniorenmasterplan verabschiedet hat und damit eine Vorreiterrolle in der Senioren­politik einnimmt. In vier Stadtteilen, die exemplarisch für die Region stehen, sollen Netzwerke entstehen, die die Bewohner bei Hilfebedarf unterstützen, ihnen die Mitgestaltung an der Stadtgesellschaft erleichtern und eine Zusammenarbeit verschiedener Akteure fördern.

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Modelle sollen auch auf weitere Kommunen übertragen werden können
Ziel ist es, langlebige Modelle und Strukturen zu schaffen, die sich anschließend auf weitere Städte und Kommunen im Ruhrgebiet und darüber hinaus übertragen lassen. So soll etwa die im Teilprojekt „digitale Quartiersplattform“ entwickelte Plattform für die generations- und kulturübergreifende Kommunikation der realen sozialen Netze in den Quartieren anschließend als Open-Source-Lösung für andere Projekte bereitgestellt werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt für vier Jahre mit rund 4 Millionen Euro. Unter Federführung der Fachhochschule Dortmund beteiligen sich die Stadt Gelsenkirchen, das Institut für Gerontologie der Universität Vechta, der Caritasverband Gelsenkirchen, das Forschungsinstitut Geragogik in Witten, das Seniorennetz Gelsenkirchen sowie fünf IT-Unternehmen an dem Konsortium.

Experten in eigener Sache
Eine Besonderheit  des Projekts ist, dass ältere Menschen selbst aktiv mitwirken und ihre Fähigkeiten und Interessen einbringen können. Im Rahmen des Projektvorhabens sollen sich Ältere so zu (Ko-)Produzenten von Vernetzung entwickeln und als Experten in eigener Sache das Umfeld für ein selbstbestimmtes, partizipatives Leben im Quartier gestalten. Das Generationennetz Gelsenkirchen übernimmt dabei die Vermittlerrolle zu den Teilnehmenden vor Ort.

„Es geht darum, Sorgen, Wünsche und Anregungen der Menschen vor Ort aufzugreifen und Angebote zu schaffen, die Menschen vernetzen, Unterstützung bieten und mit Dienstleistern der Region zusammenbringen“, betonte Projektleiterin Sabine Sachweh vom Fachbereich Informatik der FH Dortmund, bei der Auftaktveranstaltung am 20.Oktober im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen. „Wir wollen dabei Lösungen etablieren, die sich selbst tragen, und mit dem Projekt vorhandene Strukturen stärken und weiter ausbauen.“

Der Aufbau von Netzwerkstrukturen für zukunftsfähige Versorgungs- und Dienstleis­tungs­modelle setzt dabei bei realen Quartiersnetzen an, die durch eine digitale Quartiersplattform und technische Innovationen unterstützt werden sollen. Interessierte ältere Menschen sollen unter anderem als Techniklotsen qualifiziert werden, damit sie anderen die Techniknutzung näherbringen können. Geschäftsmodelle sollen innerhalb der Partizipationsgruppen selbst – ohne Vorgaben von außen - entwickelt werden, so dass sie aus Sicht aller Beteiligten möglichst effizient und orientiert an den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort sind.

© KBr/aerzteblatt.de

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