Politik

Medizinischer Dienst begrüßt Leistungsver­besserungen für Pflegebedürftige

Donnerstag, 6. November 2014

Berlin – Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) begrüßen die erweiterten Leistungen für Pflegebedürftige, wie sie das sogenannte erste Pflege­stärkungsgesetz vorsieht. Dieses Gesetz steht morgen im Bundesrat zur Abstimmung. „Insbesondere die Leistungsverbesserungen für Menschen mit Demenz sind wichtig, um die Pflegeversicherung an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen“, sagte Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), heute in Berlin auf dem Kongress „Gesundheit und Pflege der Zukunft“.

Positiv sei vor allem, dass die Leistungen der Verhinderungs-, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege erweitert und flexibler kombiniert werden können. Diese Leistungen sollen künftig auch Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Einschrän­kungen erhalten. „Das trägt auch wesentlich zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bei“, so Pick.

Anzeige

Hintergrund

Die Bundesregierung plant, die Pflegeversicherung in dieser Legislaturperiode durch zwei sogenannte Pflegestärkungsgesetze zu reformieren. Das erste soll Anfang 2015 in Kraft treten. Union und SPD wollen damit den Beitragssatz für die Pflege­versicherung um 0,3 Prozentpunkte anheben, um kurzfristig wirksame Leistungsver­besserungen einzuführen sowie einen Pflegevorsorgefonds aufzubauen. Ziel dieses Gesetzes sei es, dass die 2,5 Millionen Menschen, die heute auf Pflegeleistungen angewiesen sind, eine Pflege erführen, die ihren individuellen Bedürfnissen entspreche, hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Anfang Juli im Bundestag erklärt.

Kernstück der Pflegereform ist aber der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der die bisherigen drei Pflegestufen durch dann fünf sogenannte Pflegegrade ersetzen soll. „In Zukunft wird es vor allem darum gehen, den Unterstützungsbedarf der Pflegebe­dürftigen in allen relevanten Lebensbereichen zu erfassen und damit eine individuelle Leistungs­gestaltung zu ermöglichen. Das bisherige Begutachtungsverfahren wird den Menschen nur unzureichend gerecht“, erklärte Pick.

Ulf Sengebusch, Geschäftsführer des MDK Sachsen, betonte, die Medizinischen Dienste seien gut darauf vorbereitet, wenn die Politik im kommenden Jahr mit dem dann anstehenden zweiten Pflegestärkungsgesetz auch den Pflegebegriff reformiere. „Die MDK haben mit 1,4 Millionen Pflegebe­gutachtungen jährlich die notwendige Erfahrung und das Fachwissen, um das dafür notwendige neue Begutachtungs­verfahren in die Praxis umzusetzen“, sagte er.

Auf dem heute in Berlin stattfindenden MDK-Kongress „Gesundheit und Pflege der Zukunft“ setzen sich die Medizinischen Dienste mit ihrem Beitrag zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Pflege auseinander. Sengebusch wies in diesem Zusammenhang auf die Qualitätsprüfungen in den Pflegeheimen und ambulanten Diensten hin. Jährlich prüften die MDKs dazu über 22.500 Einrichtungen und Dienste. „Die MDK-Gutachter sehen sich dabei die Qualität der Pflege an den Menschen an. Diese Prüfungen waren und sind unverzichtbar, um die Versorgungsqualität zu verbessern und zu sichern“, erklärte Sengebusch.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

01.12.16
Pflegebedürftige sollen besser beraten werden
Berlin – Pflegebedürftige und Angehörige sollen künftig besser über Möglichkeiten der Pflege beraten werden. Kommunen sollen Beratung verstärkt vermitteln und mit der Altenhilfe und anderen Trägern......
24.11.16
Berlin – Die Pflegereformen der Bundesregierung werden im kommenden Jahr zu Mehrkosten von sieben Milliarden Euro führen. In den Pflegeheimen wird von diesen Geldern jedoch nur wenig ankommen. Das......
18.11.16
Mainz – Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hat angesichts von Personalquerelen eine unabhängige Prüfung beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung......
18.11.16
Bremen – Das Bremer Landgericht hat die Ex-Chefin von Pflegediensteinrichtungen in Bremerhaven und Cuxhaven wegen massiven Abrechnungsbetruges zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem verhängte die......
17.11.16
Studie: Qualifikation des Pflegepersonals beeinflusst Sterblichkeit von Klinikpatienten
Philadelphia – Die Behandlung in einem Krankenhaus mit einem hohen Anteil von minder qualifizierten Pflegekräften geht mit einem erhöhten Sterberisiko der Patienten einher. Zu diesem Ergebnis kommt......
17.11.16
Bremen – Im Prozess um vielfachen Abrechnungsbetrug von Pflegeleistungen hat die Staatsanwaltschaft eine langjährige Gefängnisstrafe für die Chefin mehrerer Pflegediensteinrichtungen gefordert.......
14.11.16
Düsseldorf – Ambulante Pflegedienste sollen die Sozialversicherungen bundesweit um mehrere Millionen Euro betrogen haben. Es gehe um die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen, teilten die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige