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Wie sich die Pflege von Familienangehörigen auf den Beruf auswirkt

Montag, 10. November 2014

Hamburg – Vor allem Frauen treten im Job zurück, wenn jemand in der Familie oder im engeren Umfeld pflegebedürftig wird. Das zeigt eine Studie, für die das Meinungsfor­schungs­institut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mehr als 1.000 pflegende Angehörige befragt hat. Unter den erwerbstätigen Frauen hat danach jede Dritte (32 Prozent) aufgrund der Pflegetätigkeit ihre Arbeitszeit reduziert. Bei den Männern hat das jeder Vierte getan.

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Dreißig Prozent der Befragten haben ihre Arbeitszeit reduziert
Insgesamt geben in der TK-Pflegestudie drei von zehn berufstätigen Befragten an, aufgrund der Pflegetätigkeit die Arbeitszeit reduziert zu haben. Je höher die Pflegestufe des zu Betreuenden, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass Angehörige die Arbeits­zeit drosseln: in den Stufen null und eins knapp jeder Vierte (22 beziehungsweise 25 Prozent), in Stufe zwei 41 Prozent, in Stufe drei sogar mehr als die Hälfte der Pflegenden (56 Prozent).

Unter den nicht erwerbstätigen Befragten hat jeder Neunte aufgrund der Pflegetätigkeit den Beruf sogar komplett aufgegeben, acht Prozent sind vorzeitig in Rente gegangen. Knapp zwei Drittel der pflegenden Angehörigen sind täglich im Einsatz. Ein Viertel der Befragten kümmert sich vier bis sechs Tage die Woche um den Pflegebedürftigen.

Der Akutfall ist besonders problematisch
„Pflegeaufgaben zu übernehmen, wirkt sich auf das Berufsleben aus“, erklärte Wolfgang Flemming, Fachbereichsleiter und Pflegeexperte bei der TK. Angehörige, die plötzlich mit einer Pflegeaufgabe konfrontiert seien, drosseln die Arbeitszeit laut der Studie öfter als Angehörige, die langsam in die neue Situation hineinwachsen konnten (38 Prozent versus 26 Prozent). Der Akutfall ist also besonders problematisch.

Kurzfristige Auszeit von 10 Tagen jetzt möglich
„Um die Betroffenen hier zu unterstützen, hat der Gesetzgeber erste Schritte in die richtige Richtung unternommen“, meint Flemming. Angehörige hätten die Möglichkeit, eine Auszeit von bis zu zehn Tagen zu nehmen, wenn sie kurzfristig eine neue Pflegesituation organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherstellen müssten. Zukünftig haben sie in dieser Zeit laut der TK auch Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung, vergleichbar mit dem Kinder­krankengeld. „So können sich pflegende Angehörige auf das Organisatorische konzentrieren und müssen sich keine Sorgen um den Lohnausfall machen“, so Flemming.

Unternehmen sidn in der Pflicht
Gesetzliche Rahmenbedingungen allein reichen aber nicht aus, Unterstützungsangebote vom Unternehmen und deren Führungskräften sind laut der TK ebenfalls besonders wichtig. „Pflegende Mitarbeiter sind deutlich weniger unter Druck, wenn sie im Unternehmen und von den Kollegen Rückendeckung erhalten. Sie fühlen sich im Vergleich zu Pflegenden, die kein Verständnis für ihre Situation erfahren, um 30 Prozent weniger belastet“, sagte Heiko Schulz, Psychologe und Demografieberater im innerbetrieblichen Gesundheitsmanagement bei der TK. Die Betriebe könnten die Betroffenen zum Beispiel mit flexiblen Arbeitszeiten und durch eine Mitarbeiterberatung unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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