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IQWiG bewertet Puls­oxymetrie-Screening von Neugeborenen

Montag, 24. November 2014

Köln – „Einen Anhaltspunkt für einen Nutzen“ attestiert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem Pulsoxymetrie-Screening von Neugeborenen auf kritische angeborene Herzfehler. Das geht aus einem vorläufigen Ergebnisbericht des Instituts hervor. Danach entdecken Ärzte mit dem Screening mehr Fälle von angeborenen Herzfehlern, sodass mehr Neugeborene frühzeitig behandelt und vor schweren Folgeschäden geschützt werden könnten. Offen muss allerdings bleiben, ob die Diagnose von anderen Erkrankungen, die beim Pulsoxymetrie-Screening zusätzlich entdeckt werden, eher nützt oder – wegen möglicher Übertherapie – schadet.

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In Deutschland werden von 10.000 Kindern im Mittel 107,6 (= 1,1 Prozent) mit einem Herzfehler geboren. Von diesen 1,1 Prozent gelten etwa zehn Prozent als kritische angeborene Herzfehler (kAHF). Sie führen nach der Geburt schnell zu einer Unterver­sorgung mit Sauerstoff und zu einer Störung der Herzfunktion und können ohne medizinische Versorgung zum Tod des Kindes führen. Je früher die Diagnose auf solche Herzfehler erfolgt, desto besser lassen sich Folgeschäden und Todesfälle durch eine frühzeitige Behandlung verhindern.

In Deutschland werden bei der ersten und zweiten klinischen Untersuchung nach der Geburt, also bei der sogenannten U1 und U2, regelmäßig auch Herz und Pulsschlag von Neugeborenen überprüft. Bei einem auffälligen Befund untersuchen Ärzte standard­mäßig mittels einer Echokardiografie die Anatomie und die Funktion des Herzens.

Doch ein Fünftel bis ein Viertel der kritischen angeborenen Herzfehler wird laut dem IQWiG bei der U1 und der U2 nicht erkannt. Diese diagnostische Lücke soll die zusätzliche Pulsoxymetrie schließen: Über die Haut werden dabei die Sauerstoffsättigung des kindlichen Blutes und die Pulsfrequenz von Blutgefäßen an Händen oder Füßen gemessen.

In die Nutzenbewertung gingen insgesamt sechs Studien ein: Eine vergleichende Interventionsstudie und fünf Studien zur Bewertung der diagnostischen Güte.

Bis zum 19. Dezember 2014 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu dem IQWiG-Vorbericht abgeben. © hil/aerzteblatt.de

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