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HIV-Medikamente könnten bei Makuladegeneration wirken

Montag, 24. November 2014

Lexington – Die Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI), die zu den ersten HIV-Medikamenten gehören, könnten auch bei der altersbedingten Makulade­generation (AMD) wirksam sein. Dies zeigen Experimente man Tieren in Science (2014; 346: 1000-1003).

Der Ophthalmologe Jayakrishna Ambati von der Universität von Kentucky in Lexington hatte kürzlich herausgefunden, dass eine Reihe von sogenannten Alu-RNA an der Pathogenese der trockenen AMD beteiligt sind. Die Alu-RNA gehören zu einer Gruppe von Genen, den Retrotransposonen, die durch das Enzym Reverse Transkriptase aktiviert werden.

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Die Alu-RNA regulieren einige Enzyme, die in der Netzhaut eine zerstörerische Wirkung haben. Zu ihnen gehört beispielsweise das Enzym Caspase-1. Die Hemmung des Enzyms Reverse Transkriptase könnte deshalb das Fortschreiten der trockenen AMD aufhalten. Zu den bewährten Inhibitoren der Reversen Transkriptase gehören die NRTI, die seit drei Jahrzehnten zur Behandlung der HIV-Infektion eingesetzt werden.

Ambati schloss daraus, dass die NRTI bei der trockenen AMD eine Wirkung haben könnten, obwohl es zwischen den beiden Krankheitsbildern keine Verbindung gibt. Die AMD ist definitiv nicht die Folge einer HIV-Infektion. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse eines Mäusemodells der trockenen AMD zeigen jedoch, dass die NRTI tatsächlich den Verlauf der AMD beeinflussen.

In einem Versuch wurde beispielsweise die Degeneration der retinalen Pigmentepithelien abgeschwächt. Weitere Versuche ergaben überraschenderweise, dass diese günstige Wirkung gar nicht auf die Hemmung der Reversen Transkriptase zurückzuführen waren. Stattdessen blockierte die NRTI einen Enzymkomplex, der als Inflammasom bezeichnet wird und Bestandteil des unspezifischen Immunsystems ist.

Dies könnte bedeuten, dass NRTI nicht nur bei der AMD, sondern auch bei einer Reihe von anderen Erkrankungen eine günstige Wirkung erzielen. Ambati stellt hierzu tierex­perimentelle Ergebnisse zur nassen AMD, zur „Graft-versus-Host“-Krankheit und zu Leberschäden vor.

Ob auch beim Menschen eine günstige Wirkung erzielt wird, ist unklar. Bekanntlich erfüllen sich hier nicht immer die Erwartungen aus tierexperimentellen Studien. Da die NRTI jedoch seit drei Jahrzehnten eingesetzt werden, stünde klinischen Studien nichts im Weg, findet Ambati. Die NRTI wurden in den 1960er Jahren zur Behandlung von Krebs­erkrankungen entwickelt. Sie gehörten 1987 zu den ersten Arzneistoffen gegen die HIV-Infektion, wo sie heute mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden. © rme/aerzteblatt.de

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docyilmaz
am Dienstag, 25. November 2014, 11:32

klein korrektur

"AMD beteiligt sin."

6 ° Reihe

"sind"

mfg

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