«1234567»Seite
6.269 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

KBV fordert primäre und tertiäre Prävention als Pflichtleistungen der Kassen

Mittwoch, 26. November 2014

Berlin – Das neue Präventionsgesetz ist zwar grundsätzlich begrüßenswert, weil es die Leistungen zur Gesundheitsförderung, zur Prävention und zur Früherkennung von Erkrankungen verbessert, aber es greift noch zu kurz. Das kritisiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihrer Stellungnahme zu dem Gesetz, das heute in einer nicht öffentlichen Anhörung im Bundesgesundheitsministerium diskutiert wurde. Es sieht unter anderem vor, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen für die Prävention ab 2016 um rund 500 Millionen Euro zu erhöhen.

Satzungsleistungen ungeeignet für flächendeckende Präventionsmaßnahmen
Allerdings stuft das Gesetz primärpräventive Leistungen als Satzungsleistungen der Krankenkassen ein, so die KBV-Kritik. „Satzungsleistungen“ sind laut einer Definition des Bundesgesundheitsministeriums solche, die eine Krankenkasse zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren kann. Sie stehen in der Regel im freien Ermessen der Krankenkassen und können im Wettbewerb der Krankenkassen eingesetzt werden.

Anzeige

Diese Satzungsleistungen sind aber laut der KBV ungeeignet, um ein flächendeckendes Angebots qualitätsorientierter Präventionsmaßnahmen zu etablieren. Die KBV schlägt daher vor, primäre, aber auch tertiäre Prävention zu Pflichtleistungen der Kranken­kassen zu machen. „Dabei sollten insbesondere die Aspekte der individuellen Verhal­tens­prävention in der Primärprävention im Fokus stehen“, hieß es aus der KBV.

Ärztliche Kompetenz zu wenig berücksichtigt
Die KBV weist in ihrer weiteren Stellungnahme daraufhin, dass die Bevölkerung den Ärzten die größte Kompetenz im Bereich der Prävention zuschreibt. Der nunmehr vorliegende Gesetzesentwurf beziehe aber das System der vertragsärztlichen Versor­gung und ärztliche Expertise allgemein in die zukünftige Gestaltung nicht oder nur unzureichend ein, zum Beispiel bei der Erarbeitung einer nationalen Präventions­strategie. Die KBV fordert den Gesetzgeber daher auf, auf die ärztliche und im Beson­deren die vertragsärztliche Kompetenz stärker zurückzugreifen. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
«1234567»Seite
6.269 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

26.11.14
Berlin – Der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und der Kneipp-Bund haben die im Präventionsgesetz geplante Stärkung der Gesundheitsförderung in den Lebenswelten begrüßt....
26.11.14
Berlin – Das neue „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ muss die zentrale Rolle der Ärzteschaft bei der Prävention stärker berücksichtigen. Außerdem sind weite Teile des...
14.11.14
Prävention als Schlüssel im Kampf gegen Diabetes
Berlin/Hamburg – Sechs Millionen Deutsche leiden bundesweit unter Diabetes, ein Drittel mehr als noch vor 15 Jahren. Hauptgrund für den dramatischen Anstieg ist die zunehmende Fettleibigkeit in der...
07.11.14
Hamburg – Die Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) ist der Ansicht, dass jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Techniker...
04.11.14
Bürger sehen Ärzte als Hauptansprechpartner bei der Prävention
Hamburg – Bei der Prävention sind Ärzte die ersten und wichtigsten Ansprechpartner für die Menschen in Deutschland. Fast neun von zehn Befragten würden sich an sie wenden. Das berichtet die Techniker...
03.11.14
Erneuter Anlauf zu einem Präventionsgesetz
Berlin – Künftig wird deutlich mehr Geld von den Krankenkassen für Maßnahmen der Primärprävention und der Gesundheitsförderung bereitgestellt. Dies sieht der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der...
23.10.14
Nürnberg – Mit Blick auf den Fachkräftemangel und immer älter werdende Arbeitnehmer fordern Betriebsärzte mehr Vorbeugung in den Unternehmen. „Leider wird zugelassen, dass viele Menschen vorzeitig aus...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in