Ärzteschaft

Auf das Suchtpotenzial von Schlaf- und Beruhigungsmitteln achten

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Berlin – In Deutschland sind rund 1,2 Millionen Menschen von Schlaf- und Beruhigungs­mitteln abhängig. Die Bundesärztekammer hat daher zusammen mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der Barmer Gek eine Aufklärungskampagne gestartet, um Ärzte und Patienten stärker für die Risiken von Schlaf- und Beruhigungs­mitteln zu sensibilisieren. Die Barmer Gek hat dazu einen zweiseitigen Kurz-Leitfaden für Ärzte und ein dazugehöriges Manual erstellt.

Danach ist bei den rezeptpflichtigen Mitteln das Abhängigkeitspotenzial bei Benzo­diazepinen und den benzodiazepinartig wirkenden „Z-Substanzen“ sowie bei Opiaten beziehungsweise Opioiden am größten. Zu beachten sei, dass die suchtmachenden Substanzen mit nichtopioiden Analgetika wie Paracetamol kombiniert sein können. Ärzte sollten außerdem berücksichtigen, dass die Wirkstoffe Codein und Dihydrocodein häufig als Husten- und nicht als Schmerzmittel verwendet werden.

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„Gewöhnung und Missbrauch finden sich aber auch in der Selbstmedikation mit Schmerzmitteln, ob mit oder ohne Coffein, und mit Abführmitteln“, heißt es in dem Manual. Auch nicht rezeptpflichtige H1-Antihistaminika wie Diphenhydramin und Doxylamin, die in der Selbstmedikation als Schlafmittel eingenommen würden, hätten ein mögliches Missbrauchspotenzial, ebenso wie alkoholische Stärkungsmittel oder Grippesäfte.

Eine Orientierungshilfe, wie Schlaf- und Beruhigungsmittel richtig verschrieben und angewendet werden, biete die sogenannte „4-K-Regel“. Sie steht für klare Indikationsstellung, kleinste notwendige Dosis, kurze Anwendungsdauer und kein schlagartiges Absetzen der Medikamente. „Die Einnahme von Benzodiazepinen sollte immer nur unter ärztlicher Kontrolle und nur zur Überbrückung von Krisensituationen erfolgen. Nach längerer Einnahme sollten die Medikamente niemals abrupt abgesetzt werden“, erläutert Christoph von Ascheraden, Vorstandsmitglied der BÄK. © hil/aerzteblatt.de

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