Vermischtes

Deutsche leben gesundheitsbewusster

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Berlin – Der „Megatrend Gesundheit“ ist auch in Deutschland angekommen und führt dazu, dass immer mehr Menschen auf ihre Gesundheit achten. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) auf der Basis der sogenannten GEDA-Welle 2012. „GEDA“ steht für „Gesundheit in Deutschland aktuell“. Das RKI hat dafür von Februar 2012 bis März 2013 insgesamt 19.294 Teilnehmer befragt. Die Daten geben laut dem RKI ein umfassendes Bild des Gesundheitszustands, der Einflussfaktoren auf die Gesundheit sowie der Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems. Durch den Vergleich mit früheren Erhebungen lassen sich Trends abschätzen.

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Danach bewerten 69 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer ihre Gesundheit als sehr gut oder gut. Bei den ab 65-Jährigen geht es noch knapp 50 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer sehr gut oder gut. Bei den Jüngeren ist im Vergleich zu 2003 der allgemeine Gesundheitszustand im Wesentlichen gleich geblieben.

Seit der ersten Befragung 2003 ist die Rauchquote bei Frauen und Männern zurück­gegangen. Außerdem machen immer mehr Deutsche Sport. Dieser Trend hat sich zwischen 2010 und 2012 nochmals deutlich fortgesetzt. Im Jahr 2012 rauchten 24 Prozent der Frauen (29 Prozent 2003) und 31 Prozent der Männer (38 Prozent 2003). Allerdings haben auch chronische Erkrankungen zugenommen. So ist der Anteil von Männern mit Arthrose von 16 Prozent in 2003 auf 20 Prozent in 2012 gestiegen, der Anteil von Frauen mit Arthrose von 23 Prozent auf 28 Prozent.

GEDA 2012 ist Teil des Gesundheitsmonitorings des RKI und ergänzt die Gesund­heitsuntersuchungen DEGS (Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland) und KiGGS (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland).

© hil/aerzteblatt.de

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isnydoc
am Freitag, 12. Dezember 2014, 12:23

Nachlesen an der Quelle einer Bundesbehörde

"Das Robert Koch-Institut (RKI) ist eine wissenschaftlich arbeitende Obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums. Das Institut führt eigene Forschung durch. Es erhebt und bewertet Daten, die dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung dienen und entwickelt Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsvermeidung. Das RKI berät Gesundheitspolitik und Fachöffentlichkeit, insbesondere den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Ein Team aufsuchender Epidemiologen unterstützt bei einem Krankheitsausbruch auf Anfrage des Bundeslandes die Gesundheitsbehörden vor Ort. Das Streben nach exzellenter Forschung bestimmt die Arbeit des Instituts. Das ist wichtig, da Probleme oft zu einem Zeitpunkt bewertet werden müssen, zu dem die Erkenntnisse über Gesundheitsrisiken noch keineswegs eindeutig sind."
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 11. Dezember 2014, 22:58

Hof-Berichterstattung von 'Gesund-Betern' beim RKI-Gesundheitsmonitoring?

Stellen Sie sich vor, verehrte Leserinnen und Leser des Deutschen Ärzteblattes (DÄ), Ihnen würde im Rahmen einer "GEDA" ("Gesundheit in Deutschland aktuell") die folgende Frage gestellt: "Wie ist Ihr Gesundheitszustand im Allgemeinen? Ist er sehr gut, gut, mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht?"

Und stellen Sie sich weiter vor, Sie würden mit den nun folgenden Fragenkomplexen konfrontiert werden (ich zitiere):
• Subjektive Gesundheitswahrnehmung
• Risikofaktoren und gesundheitsrelevantes Verhalten
• Krankheitsgeschehen
• Unfälle/Verletzungen
• Funktionelle Beeinträchtigung
• Psychische Gesundheit
• Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems
• Impfungen
• Gesundheitsbezogene Ressourcen und Belastungen
• Soziodemografische Merkmale (Zitat Ende).

Wenn Sie einigermaßen intelligent sind, würden Sie dann nicht auch um des lieben Friedens willen Ihre eigenen Antworten eher beschönigen: Ihr extremes Übergewicht verschweigen, an chronische und progressive Erkrankungen, degenerative Krankheiten, Behinderungen, Missbildungen, Ess- und Verhaltens-Störungen, Venenleiden, Geschlechtskrankheiten, HIV-Verdacht, Haschisch-Konsum, Alkohol-Exzesse, Kettenrauchen, Impfverweigerung, Hypercholesterinämie, Hypertonus, KHK, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Schlaganfall, zerebrale Krampfanfälle, Synkopen, depressive Episoden, seelische Ausraster, aggressiven Triebdurchbrüche, Übersprunghandlungen, riskante Sexualpraktiken, Medikamentenabhängigkeit, leichtsinnige Unfälle, Risikosportarten und Selbstbeschädigungen eher n i c h t erinnert werden wollen, selbst wenn das alles gar nicht zu Ihrer eigenen Gesundheits- und Krankheits-Biografie passen würde?

Und wenn Sie dann im Detail und in Zusammenfassungen der RKI-"GEDA"-Gesundheitsberichterstattung lesen würden, dass bei der Befragung von "9.976 Frauen und 9.318 Männer im Alter von 18 bis zu 99 Jahren" vollkommen willkürliche, statistisch nicht nachvollziehbare Einteilungen nach Altersgruppen vorgenommen wurden, wären Sie dann nicht auch skeptisch in Bezug auf unglaublich beschönigende, gesundheits- und fitness-verherrlichende Ergebnisse einer riesigen Menschengruppe von "insgesamt 19.294 Personen aus allen deutschen Regionen"?

Die befragten Altersgruppen waren im Einzelnen:
"18 – 29 Jahre
30– 44 Jahre
45 –64 Jahre
ab 65 Jahre" alt.
Man hat also allen Ernstes Lebensspannen von 12 Jahren (18-29), 15 Jahren (30-44), 20 Jahren (45-65) und 35 Jahren (65-99) für ohne weiteres statistisch vergleich- und interpretierbar gehalten?

Unbeschadet der im Deutschen Ärzteblatt zusammengefassten Befragungsergebnisse und Interpretationen der RKI-Autoren/-innen bleibt mein persönliches Fazit bei dieser RKI-GEDA-Gesundheitsberichterstattung, dass es hier keineswegs um die Erfassung von Krankheit, Teilhabeverlust und bio-psycho-soziale Einschränkungen, Behinderungen, Siechtum mit der Endlichkeit allen Lebens gegangen ist. Sondern damit eher eine den hervorragenden Gesundheitszustand aller Untertanen beschwörende Hofberichterstattung zelebriert werden sollte.

Denn die befragten Menschen haben offensichtlich nicht das geringste mit denjenigen zu tun, die wir tagtäglich in Haus- und Fach- bzw. Spezialarzt-Praxen als Patientinnen und Patienten sehen, befragen, untersuchen, diagnostizieren, behandeln, heilen oder lindern sollen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Alle "Zitate" nach
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA12.pdf?__blob=publicationFile
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