6.321 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Weiter Kritik am geplanten Versorgungs­stärkungsgesetz

Montag, 15. Dezember 2014

Hannover/Potsdam – Die Kritik am geplanten sogenannten Versorgungsstärkungsgesetz reißt nicht ab. So hat sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen gegen die von der Bundesregierung geplanten Terminservicestellen für Facharztbesuche gewandt. „Die Regelung lässt in ihrer jetzigen Formulierung die Dringlichkeit außer Acht“, kritisierte der KV-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch. Das führe dazu, dass künftig jede Überweisung zu vermitteln wäre.

„Damit würde aber das Ziel, zeitnahe Termine für dringende Behandlungsbedarfe zu vermitteln, konterkariert“, warnte der KV-Chef. Die wahllose Abarbeitung von Termin­vermittlungswünschen etwa in der Reihenfolge ihres Einganges würde laut Barjenbruch unweigerlich genau jene Reserven an freien Terminen verstopfen, die Ärzte derzeit bei dringenden Behandlungsanlässen immer noch heranziehen könnten. „Wenn sie nicht ersatzlos aus dem Gesetzentwurf gestrichen wird, muss die Regelung zumindest die Dringlichkeit zum Maßstab haben und nicht jeden beliebigen Termin“, forderte Barjen­bruch.

Anzeige

Kritik am Gesetzentwurf kommt auch aus Brandenburg. „Die Idee des ‚Zwangsaufkaufs‘ von Praxen in statistisch gesehen überversorgten Regionen hat mit der Versorgungs­realität überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, die Idee ist vollkommener Irrsinn“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KV-Brandenburg, Hans-Joachim Helming. Für die Menschen in Brandenburg könnten dadurch schon bald bis zu 417 Haus- und Fach­arztpraxen verloren gehen. „Dabei haben wir schon heute die geringste Arztdichte bundesweit“, warnte Helming.

Das Bundeskabinett will am 17. Dezember den Entwurf des GKV-Versorgungs­stärkungsgesetzes (GKV-VSG) verabschieden und dem weiteren parlamentarischen Prozess zuführen. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.321 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

19.12.14
Erfurt/Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) und die AOK PLUS wollen im kommenden Jahr ein neues Überweisungskonzept bei dringenden Facharztterminen starten. Ziel ist es, Thüringer...
17.12.14
Berlin – Nachdem das Bundeskabinett heute die Entwürfe für das GKV-Versorgungsstärkungs- und das Präventionsgesetz angenommen hat, haben Ärzte, Krankenkassen und Sozialverbände die Vorhaben erneut...
17.12.14
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute sowohl den Entwurf des Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) als auch den Entwurf des Präventionsgesetzes verabschiedet. Insbesondere das VSG ist in der Ärzteschaft...
10.12.14
Berlin – Die Bundesregierung hat einen Kabinettsentwurf des Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) vorgelegt. Darin reagiert sie auch auf Kritik der Ärzteschaft. Diese hatte das VSG insbesondere deshalb...
10.12.14
München – Scharfe Kritik an der Bundespolitik und hier besonders am geplanten Versorgungsstärkungsgesetz übt die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns. Mit dem Gesetz bereite die Bundesregierung...
05.12.14
KBV-Vorstand warnt vor Gefährdung der ambulanten Versorgung
Berlin – Das geplante Versorgungsstärkungsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung gefährdet nach Ansicht des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Versorgung der Patientinnen...
05.12.14
KBV-Vertreter­versammlung verabschiedet Resolution zum Erhalt freiberuflicher Praxen
Berlin – Die Kritik am geplanten Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) der Koalition aus Union und SPD stand heute im Mittelpunkt der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in