Ärzteschaft

Weiter Kritik am geplanten Versorgungs­stärkungsgesetz

Montag, 15. Dezember 2014

Hannover/Potsdam – Die Kritik am geplanten sogenannten Versorgungsstärkungsgesetz reißt nicht ab. So hat sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen gegen die von der Bundesregierung geplanten Terminservicestellen für Facharztbesuche gewandt. „Die Regelung lässt in ihrer jetzigen Formulierung die Dringlichkeit außer Acht“, kritisierte der KV-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch. Das führe dazu, dass künftig jede Überweisung zu vermitteln wäre.

„Damit würde aber das Ziel, zeitnahe Termine für dringende Behandlungsbedarfe zu vermitteln, konterkariert“, warnte der KV-Chef. Die wahllose Abarbeitung von Termin­vermittlungswünschen etwa in der Reihenfolge ihres Einganges würde laut Barjenbruch unweigerlich genau jene Reserven an freien Terminen verstopfen, die Ärzte derzeit bei dringenden Behandlungsanlässen immer noch heranziehen könnten. „Wenn sie nicht ersatzlos aus dem Gesetzentwurf gestrichen wird, muss die Regelung zumindest die Dringlichkeit zum Maßstab haben und nicht jeden beliebigen Termin“, forderte Barjen­bruch.

Anzeige

Kritik am Gesetzentwurf kommt auch aus Brandenburg. „Die Idee des ‚Zwangsaufkaufs‘ von Praxen in statistisch gesehen überversorgten Regionen hat mit der Versorgungs­realität überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, die Idee ist vollkommener Irrsinn“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KV-Brandenburg, Hans-Joachim Helming. Für die Menschen in Brandenburg könnten dadurch schon bald bis zu 417 Haus- und Fach­arztpraxen verloren gehen. „Dabei haben wir schon heute die geringste Arztdichte bundesweit“, warnte Helming.

Das Bundeskabinett will am 17. Dezember den Entwurf des GKV-Versorgungs­stärkungsgesetzes (GKV-VSG) verabschieden und dem weiteren parlamentarischen Prozess zuführen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

20.09.16
Hecken fordert sektoren­übergreifende Bedarfsplanung
Berlin – Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, hat eine verpflichtende Abstimmung der ambulanten Bedarfsplanung mit der Krankenhausplanung der......
15.09.16
Berlin – Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat von der Bundesregierung eine Liste von Kooperationsstrukturen gefordert, die auch vor dem Hintergrund des Antikorruptionsgesetzes......
09.09.16
Berlin – Die regionale Verteilung von Psychotherapeuten und Psychiatern ist nicht am Bedarf oder an der psychiatrischen Morbidität der Bevölkerung orientiert. Das ist das Ergebnis einer neuen......
08.09.16
Berlin – Ein sogenannter Kliniksimulator, den der GKV-Spitzenverband heute vorgestellt hat, sorgt für Diskussionen. Der Simulator zeigt, wie weit es von den verschiedenen Orten Deutschlands zur......
08.09.16
Erfurt – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen und die Krankenkassen vor Ort haben im Bereich der drei größten Städte in Thüringen den Bedarfsplan angepasst. Ziel sei es, die hausärztliche......
08.09.16
Psychische Erkrankungen: Studie weist auf Defizite in der Bedarfsplanung hin
Berlin – Ein Blick auf die aktuelle Versorgungslage zeigt: Je nach Region sind Arzt- und Psychotherapeutensitze in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. Doch die unterschiedliche Dichte bei den......
30.08.16
KBV-Versicherten­befragung: Patienten schätzen ihre Ärzte
Berlin – Ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt haben 91 Prozent der Bürger in Deutschland. 93 Prozent schätzen dessen fachliche Kompetenz als „gut“ oder „sehr gut“ ein.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige