Medizin

Schichtarbeit erhöht Sterberisiko

Dienstag, 6. Januar 2015

Boston – Die Störung der zirkadianen Rhythmik, die ein häufiger Schichtwechsel mit sich bringt, gefährdet langfristig die Gesundheit. Laut einer prospektiven Beobachtungsstudie im American Journal of Preventive Medicine (2015; doi: 10.1016/j.amepre.2014.10.018) ist ein langjähriger Schichtdienst sogar mit einem leichten Anstieg der Sterblichkeit verbunden.

Die Epidemiologin Eva Schernhammer von der Harvard Medical School in Boston hat die Daten der Nurses' Health Study ausgewertet. Es handelt sich nicht nur um eine der weltweit größten Langzeitstudien zur Ermittlung von Gesundheitsrisiken. Aufgrund des Berufs der Teilnehmerinnen war die Schichtarbeit in der Kohorte auch weit verbreitet.

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Damit steigt die Chance, dass auch kleinere Risiken mit statistischer Sicherheit erkannt werden können. Laut der Analyse von Schernhammer, die auf Daten zu 74.862 Frauen beruht, die über einen Zeitraum von 22 Jahren beobachtet wurden, hatten Frauen, die länger als fünf Jahre im Schichtdienst tätig waren, ein um 11 Prozent erhöhtes Sterbe­risiko.

Die kardiovaskuläre Sterblichkeit war um 19 Prozent höher, wenn die Frauen über 6 bis 14 Jahre im Schichtdienst tätig waren. Bei einem Schichtdienst über 15 oder mehr Jahre stieg das kardiovaskuläre Sterberisiko um 23 Prozent. Für Krebserkrankungen wurde keine erhöhte Sterblichkeit gefunden mit der Ausnahme von Lungenkrebs. Kranken­schwestern, die 15 oder mehr Jahre im Schichtdienst gearbeitet hatten, starben zu 25 Prozent häufiger an diesem Malignom.

Dieser Befund ist interessant, weil die International Agency for Research on Cancer (IARC) im Oktober 2007 Schichtarbeit aufgrund der Störung der zirkadianen Rhythmik als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Die Einstufung als Gruppe-2A-Karzinogen erfolgte zum einen aufgrund von epidemiologischen Studien, in denen Schichtarbeit bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einherging. Tierexperimentelle Studien hatten ergeben, dass Störungen des Schlafes die Melatonin-Produktion unterdrücken, was zu einer Disregulation von Genen führt, die an einer Tumorentstehung beteiligt sein können.

© rme/aerzteblatt.de

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