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Neuer Basisfallwert für die Krankenhäuser in Bayern

Dienstag, 20. Januar 2015

München – Der sogenannte landesweite Basisfallwert wird in Bayern von bislang 3.188 auf 3.255,50 Euro steigen. Darauf haben sich die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) und die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern für 2015 geeinigt.

Der Basisfallwert ist eine entscheidende Kenngröße für die Abrechnung von Krankenhausleistungen: Er bestimmt den Preis für eine Krankenhausbehandlung mit durchschnittlichem Aufwand. Je nach Schwierigkeitsgrad der Behandlung wird der Wert mit einem Faktor multipliziert, der dann den Rechnungsbetrag ergibt. So beträgt zum Beispiel der Faktor für die komplikationslose Entbindung rund 0,5. Für einen schwerstverletzten Patienten mit wochenlanger Intensivbehandlung und Beatmung kann dieser Wert bis zu 60 betragen.

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Nach dem Basisfallwert rechnen in Bayern rund 330 Kliniken ab. Sie müssen nun mit den Krankenkassen vor Ort vereinbaren, welche und wie viele stationäre Behandlungen sie im kommenden Jahr voraussichtlich erbringen und mit dem landesweiten Basisfallwert abrechnen werden.

Krankenhausgesellschaft und Kassen hoben die sachliche Verhandlungsatmosphäre hervor und bezeichneten die Einigung als „einen Kompromiss, der für beide Seiten problematisch, aber annehmbar sei“. Dass trotz unterschiedlicher Interessenlage sowie komplexer und oft strittiger Regelungen eine Einigung erzielt werden konnte, werten die Verhandlungspartner als Beleg für eine gut funktionierende Selbstverwaltung im Krankenhausbereich in Bayern. © hil/aerzteblatt.de

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isnydoc
am Mittwoch, 21. Januar 2015, 13:00

Dem PRADA-Fan geantwortet

Der grosse KBV-Vorsitzende hat sich doch jüngst für eine bessere "Verzahnung" vom ambulant & stationär ausgesprochen. So wird alles gut!
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61511/Ambulant-und-stationaer-Sektorendenken-ueberwinden
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 21. Januar 2015, 12:02

"Der Teufel trägt PRADA"?

Der landesweite Basisfallwert steigt in Bayern zwar nur um 2,1 Prozent von bislang 3.188 im letzten Jahr auf 3.255,50 Euro in 2015. Und für eine unkomplizierte Entbindung mit dem Faktor 0,5 erlösen die ca. 330 bayrischen Krankenhäuser dann im Einzelfall nur 1.627,75 Euro.

Ein schwerstverletzter Patient mit wochenlanger Intensivbehandlung und Beatmung erbringt jedoch bei einem Steigerungsfaktor von bis zu 60 dann ein maximales Klinikhonorar von 195.330,00 Euro, also knapp zweihunderttausend Euro pro einem e i n z i g e n Behandlungsfall.

Dagegen liegen die seit der KBV-Honorarreform 2009 nur geringfügig erhöhten Regel-Leistungs-Volumina(RLV)-Fallwerte für die hausärztlichen Vertragsärzte/-innen in den unterschiedlichen KVen zwischen 32,43 Euro in Westfalen-Lippe, 41,01 Euro in Bayern und 44,39 Euro in Niedersachsen. In den Neuen Bundesländern gibt es zwischen 37,98 Euro in Sachsen-Anhalt und 40,81 Euro in Thüringen als Praxisumsatz für die 3-monatige Rundum-Betreuung unserer oft multimorbiden Patienten. Quelle:
http://www.iww.de/index.cfm?pid=1314&pk=123746&spid=1296&spk=10&sfk=13

Das sollte jeder niedergelassene Vertragsarzt im Hinterkopf behalten, wenn er etwas von PRADA einkaufen will.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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