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Frühere Menarche durch Süßgetränke

Donnerstag, 29. Januar 2015

Boston – Der regelmäßige Konsum von Süßgetränken führt bei Mädchen zum früheren Einsetzen regelmäßiger Monatsblutungen. Der Einfluss auf die Menarche stieg in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Human Reproduction (2015; doi: 10.1093/humrep/deu349) mit der Zahl der täglichen Süßgetränke und war unabhängig von der Adipositas, die ebenfalls für den frühen Beginn der Menstruationen verantwortlich gemacht wird.

In den USA und Westeuropa ist das Menarchealter seit Mitte des 19. Jahrhunderts gesunken. Setzte die erste Monatsblutung vor 150 Jahren im Alter von etwa 17 Jahren ein, hat sich der Zeitpunkt mittlerweile auf 13 Jahre vorverlagert. Die 5.583 Mädchen aus der Growing up Today Study, deren Daten Karin Michels von der Harvard Medical School in Boston jetzt ausgewertet hat, bekamen im Alter von 13,1 Jahren ihre erste Periode.

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Frühere Untersuchungen hatten das zunehmende Übergewicht von kleinen Mädchen für die Vorverlagerung verantwortlich gemacht, doch laut Michels erklärt der Body-Mass-Index (BMI) nur 9,2 Prozent des Assoziation. Auf der Suche nach weiteren Faktoren hat das Team der Epidemiologin jetzt den Konsum von Süßgetränken näher untersucht.

Zuckerhaltige Getränke sind in vielen US-Haushalten ein normaler Bestandteil der Ernährung, und von den 5.583 Mädchen gaben 1.174 an, täglich mehr als anderthalb Süßgetränke zu konsumieren. Bei diesen Kindern kam es im Durchschnitt 2,7 Monate früher zur ersten Periode als bei Mädchen, die weniger als zweimal die Woche ein Süßgetränk erhielten. Die Einheit für ein Getränk war dabei eine typische US-Getränke­dose mit 12 Ounces, was 0,33 Litern entspricht.

Die Assoziation bestand unabhängig vom Übergewicht, das durch den häufigen Konsum von Süßgetränken gefördert wird. Michels konnte außerdem Geburtsgewicht, körperliche Aktivität, ethnische Herkunft, Größe, Häufigkeit der gemeinsamen Familienmahlzeiten oder die Familienzusammensetzung (ob ein Vater oder Stiefvater zu Hause gelebt hat) als mögliche Störgrößen ausschließen.

Die Assoziation war auf Getränke beschränkt, die mit Zucker gesüßt waren. Der Konsum von künstlich gesüßten Getränken, aber auch von natürlichen Fruchtsäften hatte keinen Einfluss auf das Menarche-Alter. Der Unterschied von 2,7 Monaten mag insgesamt gering erscheinen. Die Teilnehmer der Growing up Today Study sind allerdings wie ihre Mütter, die die Nurses’ Health Study II gebildet hatten, nicht repräsentativ für die USA. In vielen US-Familien würden die Kinder weitaus häufiger Süßgetränke erhalten, berichtet Michels.

Die Ergebnisse sind von medizinischer Relevanz, da eine frühe Menarche ein etablierter Risikofaktor für Mamma- und Endometriumkarzinom ist, deren Prävalenz in den Industrieländern in den letzten Jahrzehnten weiter angestiegen ist.

© rme/aerzteblatt.de

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