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Nächtliche Wadenkrämpfe saisonal gehäuft

Mittwoch, 28. Januar 2015

Alberta – Nächtliche Wadenkrämpfe treten in den Sommermonaten deutlich häufiger auf als in den längeren Winternächten. Dies zeigt eine Studie im Canadian Medical Association Journal (2015; doi: 10.1503/cmaj.140497).

Etwa jeder zweite Erwachsene kennt die unvermittelt und ohne erkennbaren Anlass einsetzenden Krämpfe in den Beinmuskeln. In den meisten Fällen lässt der Schmerz nach einigen Minuten nach, doch die Nachtruhe kann empfindlich gestört werden. Auf der Suche nach Linderung konsultieren viele Patienten ihren Arzt oder zunehmend auch das Internet. Scott Garrison von der Universität von Alberta und Mitarbeiter haben diese Daten genutzt, um den Bericht vieler Patienten zu prüfen, nach denen die Waden­krämpfe bevorzugt in den Sommermonaten auftreten.

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In der ersten Untersuchung werteten die Forscher die Verordnungsdaten für Chinin aus. Das frühere Malariamittel wird heute fast ausschließlich zur Behandlung von Waden­krämpfen verwendet. Tatsächlich stellten die Ärzte im gesamten Untersuchungszeitraum von 2001 bis 2007 in den Sommermonaten fast doppelt so viele Chinin-Rezepte aus wie im Winter. Der zeitliche Verlauf entsprach einer Sinuskurve und 88 Prozent der monat­lichen Variationen sind laut Garrison auf den Wechsel der Jahreszeiten zurückzuführen.

Eine Analyse der Google-Anfragen in den USA und in Australien ergab ein ähnliches Ergebnis. In beiden Ländern wurden in den Sommermonaten deutlich häufiger Such­anfragen zu „leg cramps“ eingegeben. Die Jahreszeiten waren hier für 70 Prozent der monatlichen Variationen verantwortlich. Die „peaks“ wurden zeitversetzt in den USA im Juli und in Australien im Januar beobachtet.

Die Saisonalität der Wadenkrämpfe könnte Auswirkungen auf die Verordnung von Chinin haben, das in vielen Ländern ein beliebtes Mittel zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen einnehme. Viele Patienten nehmen sie ganzjährig ein. Nach den Ergebnissen von Garrison könnten die meisten in den sechs kalten Monaten des Jahres darauf verzichten. © rme/aerzteblatt.de

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