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Fehlzeiten aufgrund von Depressionen regional unterschiedlich

Donnerstag, 29. Januar 2015

Hamburg – Die Fehlzeiten aufgrund von Depression differieren in Deutschland je nach Region, in der Tendenz ist ein Nord-Süd-Gefälle auszumachen. Antidepressiva verordnen Ärzte aber auch in Regionen mit niedrigen Fehlzeiten häufig – im Mittel erhalten knapp sechs Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Arbeitslosengeld-I-Empfängern die Medikamente. Das berichtet die Techniker Krankenkasse nach der Auswertung von Versichertendaten der Jahre 2000 bis 2013.

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Insgesamt erhielten 2013 danach 1,6 Prozent der Versicherten eine Krankschreibung wegen einer Depression. Die TK hat die Anzahl auf lokaler Ebene untersucht: Die höchsten Fehlzeiten erfasste die Kasse in Merzig-Wadern im Saarland mit durch­schnittlich 1,7 Fehltagen pro Kopf sowie in Lübeck, Neumünster, Bad Segeberg, Duisburg, Gelsenkirchen, Herne, Bielefeld und Oberhavel mit jeweils 1,6 Tagen. Hingegen fehlten die Versicherten in Greiz im Vogtland nur 0,2 Tage aufgrund von Depressionen und im oberfränkischen Kulmbach 0,3 Tage.

Aber auch in Regionen mit niedriger Krankschreibungsrate aufgrund Depressionen verordnen Ärzte laut dem sogenannten TK-Depressionsatlas Antidepressiva häufig ebenso oft wie in Regionen mit hohen Fehlzeiten. Beispielsweise erhielten in Kulmbach trotz der niedrigen Krankschreibungs-Rate 5,5 Prozent der Erwerbspersonen Medikamente gegen Depression. Nicht jede Depression führe also zu einer Krankschreibung und die Fehlzeitenübersicht zeige nur zum Teil, wie häufig die Erkrankung in der Region sei. Insgesamt seien im Osten weniger, im Westen mehr Antidepressiva verordnet worden. Der Studie zufolge nähern sich die Regionen aber an.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) kommentierte, dass psychische Erkrankungen zu den schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen in Deutschland gehörten. Sie müssten deshalb noch stärker in den Fokus von Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung rücken. Bei der Behandlung von Depressionen gebe es alarmierende Versorgungsdefizite. Oftmals verlaufe die Behandlung zu einseitig und entspreche nicht der empfohlenen Kombinationstherapie aus Antidepressiva und Psychotherapie.

Frank Bergmann, der Vorsitzende des Spitzenverbands ZNS, erklärte: „Wir müssen Versorgung viel stärker regional organisieren. Dann kann ein Netz aus Hausärzten, Fachärzten, Psychotherapeuten, Kliniken und Klinikambulanzen den Patienten abge­stimmt und effektiv betreuen.“ Das Ziel dieses Versorgungsnetzes müsse sein, die Patienten sofort oder innerhalb von wenigen Tagen angemessen zu versorgen. © hil/aerzteblatt.de

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