Politik

Städtetag: Konflikte um Scheinselbst­ständigkeit können Rettungsdienst gefährden

Montag, 2. Februar 2015

Berlin – Dass die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in letzter Zeit vermehrt selbstständigen Notärztinnen und Notärzten im Rettungsdienst eine Schein­selbst­ständigkeit unterstellt, könnte „die notärztliche Versorgung in der Zukunft massiv gefährden“. Diese Auffassung vertreten der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium.

Die DRV-Prüfungen und die folgenden, zum Teil langwierigen Gerichtsverfahren verunsicherten die kommunalen Träger von Rettungsdiensten und die beteiligten Ärzte, heißt es in dem Brief. Deshalb müsse ein Weg gefunden werden, entsprechende Hemmnisse im Sozialversicherungsrecht zu beseitigen. Die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen seien in diesem Bereich nämlich „sehr begrenzt“.

Anzeige

Auch der Bundesverband der Honorarärzte hatte vor kurzem auf diese Problematik hingewiesen. „Uns erreichen immer mehr Anfragen von Honorarärzten, deren Verträge man in feste Arbeitsverträge umwandeln will“, hatte Nicolai Schäfer, der Vorsitzende des Verbands, erläutert. „Ursache dafür sind Aktivitäten der DRV. Sie stuft nach Betriebs­prüfungen in Kliniken auch Notärzte, die dort auf Honorarbasis im Rettungs­dienst arbeiten, als scheinselbstständig ein.“

Nach einem entsprechenden DRV-Bescheid müssen sie als angestellt betrachtet werden. Das wollen die meisten jedoch nicht, weil sich daraus komplizierte arbeitsrechtliche wie finanzielle Fragen ergeben. © Rie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

rostm
am Dienstag, 3. Februar 2015, 03:03

Was für Idioten.

Was soll denn das schon wieder? Als Notarzt entscheide ich, ob ich mich zur Verfügung stelle oder nicht. Ich bin keinem fremdbestimmten Organisationsablauf unterworfen, in keine Abteilungsstruktur fest eingebunden, sondern muss natürlich, wenn ich den Auftrag angenommen habe, dann auch losjagen, wenn ein Alarm kommt. Wie ein Handwerker, dem ich sage, er möchte doch bitte die Wand gelb anstreichen. Der ist dann auch sozusagen weisungsgebunden.
Man kann unser Notarztwesen auch mit Gewalt zu Grunde richten. Nur - diejenigen die so etwas entscheiden, sollten bedenken, dass auch sie vielleicht mal einen Notarzt brauchen, und dann nicht losheulen wenn keiner da ist der ihnen hilft.
5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

24.08.16
Ulm – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat das Traumanetzwerk Ulm erneut in seiner Arbeit bestätigt und mit einem Zertifikat versehen. Über einen Online-Fragebogen und eine Begehung......
11.08.16
Notaufnahme: Uniklinik Jena beobachtet Zunahme von alkoholisierten Patienten
Jena – Mediziner der zentralen Notfallaufnahme (ZNA) und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) haben im Rahmen einer Studie Aufnahmen von......
09.08.16
ADAC-Luftrettung: Herz-Kreislauf­-Erkrankungen Grund für jeden zweiten Einsatz
München – Internistische Notfälle wie akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren bundesweit im ersten Halbjahr 2016 der häufigste Grund für Einsatzflüge der ADAC Luftrettung. Darauf hat der ADAC Saarland......
21.07.16
Köln – Wie wichtig die korrekte EKG-Befundung ist, wenn der Notarzt zu einem Herzinfarkt-Patienten gerufen wird, zeigen Martin Stockburger und Koautoren in ihrer Originalarbeit im Deutschen Ärzteblatt......
21.07.16
Kiel – 100.000 Notfalleinsätze hat das Deutsche Reanimationsregister der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) bislang erfasst und ist damit europaweit eines der......
19.07.16
Regeln zur Rettungsgasse sollen vereinfacht werden
Berlin – Wo und wann müssen Autofahrer auf Autobahnen und mehrspurigen Außerortstraßen eine Rettungsgasse bilden? Da die bisherigen Regeln immer wieder dazu führen, dass der Weg zum Unfallort für......
26.04.16
Terroranschläge: Chirurgen mahnen Kliniken, sich vorzubereiten
Berlin – Spätestens nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel ist auch den Ärzten in Deutschland bewusst geworden, dass sie sich auf ähnliche Katastrophen mit mehreren Schwer- und......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige