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IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Lurasidon bei Schizophrenie

Montag, 2. Februar 2015

Köln – Keinen Zusatznutzen des Wirkstoffes Lurasidon (Handelsname Latuda) sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für Patienten mit Schizophrenie. „Sowohl in der Akuttherapie als auch bei der Rückfallprophylaxe ist unsicher, ob Lurasidon gegen die Symptome einer Schizophrenie ähnlich gut wirkt wie die zweckmäßigen Vergleichstherapien“, hieß es aus dem Institut.

Der Hersteller stütze seine Aussagen zum Zusatznutzen von Lurasidon zur Akutbe­handlung allein auf eine Verringerung von Nebenwirkungen. „Diese wären aber nur relevant, wenn nachgewiesen wäre, dass Lurasidon überhaupt so gut gegen Schizo­phrenie-Symptome wirkt wie die zweckmäßigen Vergleichstherapien. Aus dem Herstellerdossier lässt sich dies aber nicht ableiten“, meinen die Kölner Wissenschaftler.

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In der einzigen vergleichenden Studie (RCT) zur Rückfallprophylaxe sollte nachgewiesen werden, dass Lurasidon bei der Vermeidung von Rückfällen der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Risperidon) nicht unterlegen ist. „Dieses Studienziel wurde allerdings nicht erreicht“, hieß es aus dem IQWiG.

Das Qualitätsinstitut hatte die Therapie mit Lurasidon bei Schizophrenie im Rahmen der sogenannten frühen Nutzenbewertung untersucht. Der Gemeinsame Bundesausschuss erhält jetzt die sogenannte Dossierbewertung des IQWiG, leitet dazu ein Stellung­nahmeverfahren ein und fasst dann einen Beschluss über das Ausmaß des Zusatz­nutzens. © hil/aerzteblatt.de

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