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Nutzen der irreversiblen Elektroporation bei Prostatakrebs nicht belegt

Mittwoch, 4. Februar 2015

Hamburg – Gegen „ungerechtfertigte Werbung für die Außenseitertherapie ‚irreversible Elektroporation‘ (IRE)“ wehrt sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Sie werde in den Medien als schonende Methode dargestellt, die beim Prostatakrebs Potenz und Schließmuskelfunktion nicht beeinträchtige und bei der die Harnröhre ebenso erhalten bleibe wie die Erektionsfähigkeit.

„Zur Therapie von Prostatakrebs mittels dieser Methode finden sich in wissenschaftlichen Literaturdatenbanken lediglich 18 Publikationen. Diese beschreiben die technischen Grundlagen der Methodik oder Protokolle neuer Studien, die sich noch in Planung befinden“, sagte Oliver Hakenberg, Generalsekretär der DGU und Direktor der Klinik für Urologie der Universität Rostock. Lediglich zwei Arbeitsgruppen beschrieben kurzfristige Behandlungsergebnisse und gingen dabei auf die Durchführbarkeit und auf kurzfristige Behandlungsnebenwirkungen ein. Mittel- oder langfristige Ergebnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen lägen nicht vor, so Hakenberg.

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„Niemand kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt irgendeine Aussage dazu machen, ob diese Methode überhaupt in der Lage ist, einen Prostatakrebs therapeutisch zu beeinflussen, noch viel weniger ist klar, ob sie anderen Behandlungsmethoden überlegen ist“, stellt der DGU-Generalsekretär klar. © hil/aerzteblatt.de

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EEBO
am Freitag, 13. Februar 2015, 21:37

Ich bitte um Entschuldigung,

dass ich den Beitrag 3x gepostet habe - keine böse Absicht...
EEBO
am Freitag, 13. Februar 2015, 21:30

Contradiction, please...

Zunächst einmal hätte es einen gewissen Charme, funktionsfähige Links zur Verfügung zu stellen, als da wären
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakarzinom.58.0.html sowie
http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/kodesuche/onlinefassungen/opshtml2015/block-5-60...5-64.htm .

Zu den Einwänden ist folgendes zu erwidern:
Was den OPS anbelangt, ist die IRE wohl nicht korrekt einsortiert. Ob es aber die Urologen waren, die dort für Verwirrung gesorgt haben (die bösen Buben!), oder nicht doch ein eher nachtschlafener Kollege anderer Fachrichtung vom Dimdi-dumdi, sei dahingestellt.

Was leider wirklich bei dieser so häufigen Erkrankung fehlt, sind aber große und gute Studien, wenn es um verschiedene Behandlungs- (oder auch Nichtbehandlungs-) Konzepte geht (im Vergleich dazu ist die Situation beim Brustkrebs außerordentlich luxuriös, aber das nur nebenbei). Es muß daher die Frage gestellt werden, ob ein fehlender (oder nur geringer Effekt auf das Gesamtüberleben bzw. das tumorspezifische Überleben auch durch eine "Unterpowerung" und ein unglückliches Studiendesign zustande kommt.
Daß neben der Tumorausbreitung und -histologie und dem PSA-Wert auch Alter und Gesamtzustand in die Therapieempfehlung für den einzelnen Patienten einfließen sollten, ist wenigstens in der Klinik, in der ich arbeite, üblich.

Die Elektroporation hat es jedenfalls nicht einmal in eine Fußnote in der aktuellen Leitlinie geschafft, und das will schon etwas heißen. Eine gescheite Untersuchung der etablierten Verfahren (und zu denen gehört im übrigen auch die Bestrahlung in all ihren Varianten) gegeneinander wäre mir zunächst einmal wichtiger, als die IRE zu betrachten. Trotzdem, niemand hindert die bestehenden AGs daran, zum Thema zu forschen und nicht nur genügend Patienten zusammenzubekommen, sondern vor allem die Langzeitergebnisse der Behandlung abschätzen zu können. Und wenn dieses Verfahren einen echten Benefit bedeutet, würde ich es als erster anerkennen. Aber die, die so euphorisch von der IRE sprechen (und sie auch außerhalb von Studien anbieten), müssen liefern!
EEBO
am Freitag, 13. Februar 2015, 21:30

Contradiction, please...

Zunächst einmal hätte es einen gewissen Charme, funktionsfähige Links zur Verfügung zu stellen, als da wären
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakarzinom.58.0.html sowie
http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/kodesuche/onlinefassungen/opshtml2015/block-5-60...5-64.htm .

Zu den Einwänden ist folgendes zu erwidern:
Was den OPS anbelangt, ist die IRE wohl nicht korrekt einsortiert. Ob es aber die Urologen waren, die dort für Verwirrung gesorgt haben (die bösen Buben!), oder nicht doch ein eher nachtschlafener Kollege anderer Fachrichtung vom Dimdi-dumdi, sei dahingestellt.

Was leider wirklich bei dieser so häufigen Erkrankung fehlt, sind aber große und gute Studien, wenn es um verschiedene Behandlungs- (oder auch Nichtbehandlungs-) Konzepte geht (im Vergleich dazu ist die Situation beim Brustkrebs außerordentlich luxuriös, aber das nur nebenbei). Es muß daher die Frage gestellt werden, ob ein fehlender (oder nur geringer Effekt auf das Gesamtüberleben bzw. das tumorspezifische Überleben auch durch eine "Unterpowerung" und ein unglückliches Studiendesign zustande kommt.
Daß neben der Tumorausbreitung und -histologie und dem PSA-Wert auch Alter und Gesamtzustand in die Therapieempfehlung für den einzelnen Patienten einfließen sollten, ist wenigstens in der Klinik, in der ich arbeite, üblich.

Die Elektroporation hat es jedenfalls nicht einmal in eine Fußnote in der aktuellen Leitlinie geschafft, und das will schon etwas heißen. Eine gescheite Untersuchung der etablierten Verfahren (und zu denen gehört im übrigen auch die Bestrahlung in all ihren Varianten) gegeneinander wäre mir zunächst einmal wichtiger, als die IRE zu betrachten. Trotzdem, niemand hindert die bestehenden AGs daran, zum Thema zu forschen und nicht nur genügend Patienten zusammenzubekommen, sondern vor allem die Langzeitergebnisse der Behandlung abschätzen zu können. Und wenn dieses Verfahren einen echten Benefit bedeutet, würde ich es als erster anerkennen. Aber die, die so euphorisch von der IRE sprechen (und sie auch außerhalb von Studien anbieten), müssen liefern!
EEBO
am Freitag, 13. Februar 2015, 21:29

Contradiction, please...

Zunächst einmal hätte es einen gewissen Charme, funktionsfähige Links zur Verfügung zu stellen, als da wären
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakarzinom.58.0.html sowie
http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/kodesuche/onlinefassungen/opshtml2015/block-5-60...5-64.htm .

Zu den Einwänden ist folgendes zu erwidern:
Was den OPS anbelangt, ist die IRE wohl nicht korrekt einsortiert. Ob es aber die Urologen waren, die dort für Verwirrung gesorgt haben (die bösen Buben!), oder nicht doch ein eher nachtschlafener Kollege anderer Fachrichtung vom Dimdi-dumdi, sei dahingestellt.

Was leider wirklich bei dieser so häufigen Erkrankung fehlt, sind aber große und gute Studien, wenn es um verschiedene Behandlungs- (oder auch Nichtbehandlungs-) Konzepte geht (im Vergleich dazu ist die Situation beim Brustkrebs außerordentlich luxuriös, aber das nur nebenbei). Es muß daher die Frage gestellt werden, ob ein fehlender (oder nur geringer Effekt auf das Gesamtüberleben bzw. das tumorspezifische Überleben auch durch eine "Unterpowerung" und ein unglückliches Studiendesign zustande kommt.
Daß neben der Tumorausbreitung und -histologie und dem PSA-Wert auch Alter und Gesamtzustand in die Therapieempfehlung für den einzelnen Patienten einfließen sollten, ist wenigstens in der Klinik, in der ich arbeite, üblich.

Die Elektroporation hat es jedenfalls nicht einmal in eine Fußnote in der aktuellen Leitlinie geschafft, und das will schon etwas heißen. Eine gescheite Untersuchung der etablierten Verfahren (und zu denen gehört im übrigen auch die Bestrahlung in all ihren Varianten) gegeneinander wäre mir zunächst einmal wichtiger, als die IRE zu betrachten. Trotzdem, niemand hindert die bestehenden AGs daran, zum Thema zu forschen und nicht nur genügend Patienten zusammenzubekommen, sondern vor allem die Langzeitergebnisse der Behandlung abschätzen zu können. Und wenn dieses Verfahren einen echten Benefit bedeutet, würde ich es als erster anerkennen. Aber die, die so euphorisch von der IRE sprechen (und sie auch außerhalb von Studien anbieten), müssen liefern!
tuttu.franq
am Mittwoch, 11. Februar 2015, 17:40

IRE kann fast nicht noch schlechter sein

Das Argument, die Wirksamkeit der IRE sei nicht bewiesen, ist weniger beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält, dass weder für Prostatektomie noch für Bestrahlung bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs nachgewiesen ist, dass sie besser als Abwarten sind (1). Außer Brauchtumspflege ist in der interventionellen Urologie des Prostataca. zuletzt nicht viel passiert.
Die Belastungen für den Patienten sind durch IRE gering. Eine Technik, die von Physikern und Radiologen entwickelt wurde, haben die Urologen verschlafen. Jetzt wachen sie auf und müssen sich verteidigen. Wer sich verteidigt, klagt sich an, der Ahnungslosigkeit diesmal. Nachdem das Verfahren dennoch Eingang in den neuen Operationen- und Prozedurenschlüssel (2) gefunden hat, haben sie es bei OPS 5-601.8 einsortiert. Dort gehört aber es nicht hin, weil es keine transurethrale Technik ist.

(1) http://leitlinienprogrammonkologie.de/Leitlinien.7.0.html

(2) http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/kodesuche/onlinefassungen/opshtml2015
dentalewelt
am Donnerstag, 5. Februar 2015, 13:14

Nachr.61695 v.4.2.15 Nutzen der IRE nicht belegt

Ja, das ist richtig.Der Nutzen der IRE ist noch nicht durch ausreichend Studien belegt. Jedoch hier mein Leserbrief zu Focus 5/2015; Focus-Serie Teil 3 „Neue Waffe gegen Prostatakrebs“ von Kurt-Martin Mayer S.76ff
P.P.
Zum genannten Artikel von Kurt-Martin Mayer möchte ich anmerken:
Im Falle der Irreversiblen Elektroporation (IRE) gibt es zwar noch keine größeren Studien, die die Wirksamkeit gegen Placebo zweifelsfrei nachweisen können (was auch wohl, wie generell im biologischen Bereich, schwer sein wird), doch ist das Verfahren in den vergangenen Jahren, auch schon an Kliniken versuchsweise gegen eine Vielzahl von Tumoren zumindest primär mit Erfolg eingesetzt worden. Natürlich geht es hier in der Gesamtbetrachtung noch um kleine Fallzahlen, doch immerhin, was die Wirksamkeit angeht, um Fälle mit hohem Erfolg.
IRE hat sich bisher als wirksames Verfahren für kleine, abgegrenzte, gut zugängliche Tumoren erwiesen, mit dem sich, auch wirtschaftlich betrachtet, schon jetzt abzeichnend, zu erwartende unabsehbare Folgekosten herkömmlicher, etablierter Therapieverfahren hoffentlich verringern lassen. Ganz abgesehen davon, dass in meinem erwähnten speziellen Fall - erschwert zugängliches, ungünstig lokalisiertes, aggressives (Gleason 8), ausbehandeltes komplexes Rezidiv im mehrfach vorbestrahlten Gebiet - kein anderes Verfahren mehr mit Erfolgsaussicht zur Verfügung stand, außer palliativen Interventionen.
Das IRE-Verfahren hat zwischenzeitlich, wie es aussieht, das experimentelle Stadium überwunden. So ist auch in USA und UK über kurz oder lang die Zulassung, zumindest für kleine, abgegrenzte Tumoren, zu erwarten. Ich denke,dass auch in Deutschland damit zu rechnen ist. Es erfordert, aufgrund der zur Verfügung stehenden Literatur, nicht allzuviel Weitblick, zu erkennen, dass in IRE das Zukunftspotential zur erfolgreich-kausalen, minimalinvasiven und zugleich wirtschaftlichen Behandlung kleiner Tumoren liegt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit steckt in IRE,künftig absehbar, das Potential, Standardtherapie und Versicherungsleistung zu werden.
Die irreversible Elektroporation als atraumatisches Verfahren in der Tumortherapie auf dem neuesten Stand medizinisch-technischer Erkenntnis, beginnt sich erfolgversprechend als elektrophysikalisch-risikoarmer und weitgehend nebenwirkungsfreier Eingriff weltweit erfolgversprechend zu etablieren.
Dem Institut für BILDGEBENDE DIAGNOSTIK (www.bilddiagnostik.de) - Michael K.Stehling - mit seinem angeschlossenen PROSTATA-Zentrum kommt hier - nach Boston und London - in Deutschland eine gewisse Vorreiterolle zu. Prof. Stehling mit seinen Mitarbeitern verfügt derzeit wohl über das größte Patientenkollektiv und die breiteste, auch verfahrenstechnische Erfahrung. Die Zahlen des IBD werden derzeit auf dem Global Congress on Prostate Cancer in Rom vorgestellt. Man darf über den internationalen Ergebnis-Vergleich optimistisch gespannt sein.
Es wird natürlich so lange kontrovers diskutiert werden (müssen), bis die Wirksamkeit des Verfahrens definitiv geklärt und durch Studien belegt ist. Bis dahin ist Empirie notwendig, d.h. Anbieter, die die medizinische und wirtschaftliche Motivation aufbringen, ein experimentelles Verfahren anzubieten und Patienten, die den Mut aufbringen, sich darauf einzulassen. Ohne das läuft gar nichts und gibt es auch keinen Fortschritt. Deshalb sollten Kommentare in Ihrem Tenor möglichst ermutigen und eher nicht abschrecken, selbstverständlich unter Wahrung von Objektivität, die man dem Kommentar im DÄ natürlich nicht absprechen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Kiefer
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