Ärzteschaft

KBV startet Anzeigen­kampagne gegen das Versorgungs­stärkungsgesetz

Freitag, 6. Februar 2015

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rea­giert auf das beginnende Gesetzgebungsverfahren zum Versorgungsstärkungsgesetz mit einer politischen Anzeigenkampagne.

„Wir wollen mit diesen Maßnahmen einmal mehr öffentlichkeitswirksam darauf hinweisen, dass das geplante Versorgungsstärkungsgesetz durch den Raubbau an den ambulanten Strukturen die Gesundheitsversorgung nicht stärken, sondern verschlechtern wird“, betonte der KBV-Vor­standsvorsitzende, Andreas Gassen.

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Mit Slogans wie „Wenn Nähe zum Fremdwort wird…“ oder „Niederlassungs­verhin­derungsgesetz verhindern!“ erscheinen die Anzeigen vorwiegend im März und April bundesweit parallel zu den Lesungen im Bundestag und Bundesrat. Die erste Anzeige erschien heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem sollen sogenannte „Poster Cars“ mit Großflächenplakaten durch das Berliner Regierungsviertel rollen.

Die KBV hatte mehrfach davor gewarnt, dass das Versorgungsstärkungsgesetz gefährde die freiberuflichen Strukturen und führe zu einem mehr staatlich und zentralistisch kontrollierten Gesundheitssystem. © EB/aerzteblatt.de

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Senbuddy
am Samstag, 7. Februar 2015, 06:11

Solche Maßnahmen sind gut !

In den letzten Jahren wurde in der öffentlichen Meinung durch

- die konsequent einseitigen Veröffentlichungen der gesetzlichen Kassen
- die ständig von staatsgläubigen Politikern angestoßenen Neiddebatten
- die alles selbständige ablehnenden "Verbraucherschützer"
- eine in weiten Teilen sensationsgierige und willig voneinander abschreibende Presse

ein völlig verzerrtes Bild der niedergelassenen Ärzteschaft erzeugt (Tenor: "überbezahlte, geldgierige Abzocker, die nur hinter lukrativen Privatpatienten her sind").

Und da die gesetzgebende Seite ihr Fähnlein dann meist nach dem augenblicklichen Wind hängt, wurde der gut funktionierende und vor ein bis zwei Jahrzehnten noch hoch angesehene Berufsstand des niedergelassenen Arztes dewegen mit immer mehr "ausgebremst". Das Mittel dazu war und ist, einen mit ständig mehr Bürokratie und Regulierungen zu überziehen (nach dem Motto: "Verbieten können wir die ja nicht, aber wir können ihnen so lange das Leben schwer machen, bis sie aufgeben").

Bürokratieauflagen oder -entlastungen sind übrigens in vielen Bereichen der Gesetzgebung das gängigste Mittel zum Fördern oder Kaputtmachen bestimmter Bevölkerungsgruppen oder ganzer Branchen geworden. Man denke nur an die ständige Verschärfung von Steuervorschriften für alle Selbständigen, für die Finanzbranche, für Energieversorgungsbranche usw..

Und dabei kommt einem natürlich auch immer wieder in den Sinn, dass pensionierte Beamte heute die wohlhabendste Bevölkerunggruppe von allen sind...

Aber wenn man diese Mechanismen begriffen hat, wird einem klar, warum es so wichtig ist, auch genau dort anzusetzen, wo es die viel zu mächtigen GKVen und die o.g. Politiker bestimmter Couleur ständig tun: Bei der öffentlichen Meinung.

Das darf allerdings nicht nur einmalig und kurzzeitig sein wie z.B. die gute, aber schon wieder beendete Kampagne für die Fachärzte, es muss konsequent und langfristig durchgehalten werden. Und es darf nicht nur ein einzelnes Thema herausgepickt werden (wie hier das Niederlassen), es muss vielmehr ein dauerhafte und grundsätzlich positive Kampagne für einen ansonsten recht "gebeutelten" Berufsstand sein.

Hoffentlich kommen noch mehr solcher Kampagnen, auch anderer Art. Auch wenn so etwas teuer ist, es muss einfach gegengesteuert werden.

Viele Grüße
S.
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