Medizin

Mehr Erkrankungen durch Rauchen als bisher angenommen

Freitag, 13. Februar 2015

Atlanta – Rauchen ist für mehr Erkrankungen verantwortlich als bislang angenommen. Eine Studie der American Cancer Society im New England Journal of Medicine (2015; 372: 631-640) fügt den 21 bekannten Folgekrankheiten eine Reihe weiterer hinzu, die bei Rauchern häufiger als bei Nichtrauchern zum Tode führen.

Der Surgeon General, in den USA die oberste Instanz in Public Health-Angelegenheiten, hatte im letzten Jahr anlässlich des 50. Jahrestages der ersten öffentlichen Warnung vor dem Rauchen insgesamt 21 Krankheiten aufgelistet, die durch die Inhalation von Tabak­rauch begünstigt werden. Neben zwölf Arten von Krebs und sechs Herz-Kreislauf-Erkran­kungen gehörten dazu auch der Typ 2-Diabetes, die chronische obstruktive Lungener­krankung und die Lungenentzündung.

Anzeige

Sie erklären die meisten, aber nicht alle zusätzlichen Todesfälle unter Rauchern. Um wei­tere Erkrankungen zu finden, die bei Rauchern häufiger zum Tode führen, haben jetzt Brian Carter von der American Cancer Society in Atlanta und Mitarbeiter die Daten aus fünf großen amerikanischen Kohortenstudien zusammengefasst: Neben der Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort der American Cancer Society waren dies die Nurses’ Health Study I, die Health Professionals Follow-up Study, die Women’s Health Initiative und die AARP Diet and Health Study.

Die Gesamtgruppe umfasste 421.378 Männer und 532.651 Frauen im Alter ab 55 Jahren, von denen inzwischen 181.377 gestorben sind. Unter den Toten waren 16.475 Raucher. Der Vergleich der beiden Gruppen ergab ein erhöhtes Sterberisiko bei einer Reihe von Erkrankungen, die bisher nicht mit dem Rauchen in Verbindung gebracht wurden. Dazu gehörten das Nierenversagen, an dem Raucher doppelt so häufig sterben wie Nichtraucher (relatives Risiko RR 2,0; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,7-2,3) oder die intestinale Ischämie, die sogar sechsmal häufiger zum Tode führt (RR 6,0; 4,5-8,1).

Auch an den Folgen einer hypertensiven Herzerkrankung (RR 2,4; 1,9-3,0) sterben Raucher häufiger. Ebenso ermittelt Carter ein erhöhtes Sterberisiko an Infektionen (RR 2,3; 2,0-2,7), verschiedenen Erkrankungen der Atemwege (RR 2,0; 1,6-2,4) sowie an  Brustkrebs (1,3; 1,2-1,5) und Prostatakrebs (RR 1,4; 1,2-1,7). Auf die bisher nicht mit dem Rauchen in Verbindung gebrachten Erkrankungen entfallen in den USA laut Carter 60.000 der jedes Jahr durch das Rauchen verursachten 480.000 vorzeitigen Todesfälle.

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

10.06.16
Sacramento – Rauchen ist in Kalifornien nun erst ab 21 Jahren erlaubt. Ein entsprechendes Gesetz zur Anhebung des Mindestalters von 18 auf 21 Jahre ist am Donnerstag in dem bevölkerungsreichsten......
01.06.16
Endlich Nichtraucher: Frauen richten den Zeitpunkt am besten nach ihrem Zyklus
Philadelphia – Ob eigeninitiativ oder mit fremder Hilfe - Frauen fällt es schwerer als Männern, mit dem Rauchen aufzuhören. Leichter könnte es ihnen fallen, wenn sie den Beginn der Abstinenz auf ihren......
31.05.16
Wiesbaden – Frauen, die 2014 an Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Tabakkonsum starben, wurden durchschnittlich 70,9 Jahre alt. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des......
30.05.16
Weltnichtrauchertag: Rauchen gefährdet nicht nur die Lunge
Berlin – Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt vorzeitig an Lungenkrebs, einer Herz-Kreislauf- oder einer anderen Atemwegserkrankung. Zigarettenkonsum steigert jedoch das Risiko für......
25.05.16
Deutsche Krebshilfe fordert umfassendes Verbot von Tabakwerbung
Berlin – Ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte fordern die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen anlässlich des kommenden Weltnichtrauchertags am 31. Mai. „Wir haben 500.000......
03.05.16
Keine psychiatrischen Nebenwirkungen durch Medikamente zur Rauchentwöhnung
Sand Diego – Patienten, die zur Rauchentwöhnung Medikamente einnehmen, müssen in der Regel keine psychiatrischen Nebenwirkungen befürchten. Dies geht aus einer randomisierten klinischen Studie der......
28.04.16
Britischer Ärzteverband für E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung
London – Das Royal College of Physicians, ein Verband britischer Ärzte, spricht sich in einem Report für den Einsatz von E-Zigaretten zur Unterstützung des Rauchstopps aus. Die Begründung liefert der......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige